Datum23.04.2026 01:44
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Bühnenpremiere von Dan Browns "Sakrileg - Der Da Vinci Code" im Deutschen Theater München hatte technische Probleme: Projektionen fielen aus und führten zum Abbruch. Hauptdarsteller Hannes Levianto improvisierte humorvoll. Die Theaterfassung hält sich stärker ans Buch als an den Film, übernimmt aber einige Kino-Elemente. Unheimliche Gestalten ersetzen Kulissen und symbolisieren das Mysterium. Trotz charmanten theatralischen Mitteln stößt die komplexe Geschichte an ihre Grenzen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Deutsches Theater“. Lesen Sie jetzt „"Sakrileg" - Dan-Brown-Premiere mit Panne“. Weltbestseller, Hollywood-Blockbuster - und jetzt auch noch ein Bühnen-Krimi: Der US-Schriftsteller Dan Brown (61) ist mit Büchern wie "Sakrileg", "Illuminati" oder "Inferno" bekannt geworden. Seine Geschichten um den Harvard-Professor Robert Langdon haben in Buchform und auf der Kino-Leinwand ein Millionenpublikum erreicht. Und jetzt tourt seine wohl berühmteste Geschichte, "Sakrileg - Der Da Vinci Code", erstmals als Theaterstück durch Deutschland. Bei der Premiere im Deutschen Theater in München gab es dabei eine kleine Panne. Weil Projektionen wegen technischer Schwierigkeiten nicht so auf der Bühne erschienen, wie es geplant war, wurde das Stück nach einigen Minuten abgebrochen - und musste von vorn beginnen. Hauptdarsteller Hannes Levianto, der einen deutlich jüngeren Langdon spielt als Tom Hanks es im Film tut, trug es mit Fassung - und Humor: "Ich hab das Gefühl, hier schonmal gewesen zu sein." Sein souveräner, improvisierter Umgang damit erntete mehr Applaus als die Schauspieler-Riege am Ende der Aufführung. Mehr als zwei Stunden dauert der Krimi um die Suche nach dem Heiligen Gral auf der Bühne. Die Theaterfassung ist näher dran am Buch als am Film, bedient sich aber auch einiger Elemente, die aus der Kino-Variante bekannt sind. Cusch Jung als Sir Leigh Teabing orientiert sich so sehr an der Rollengestaltung von Ian McKellen in der Hollywood-Verfilmung, dass es fast einer Kopie gleichkommt. Anders als im Film tanzen zudem regelmäßig unheimliche, schwarz gewandete Gestalten umher. Wenn sie nicht tanzen, sind sie Kulissenersatz, mal Schließfächer einer Schweizer Bank, dann Ritter-Statuen in einer Londoner Kirche. Die Gestalten sind gleichzeitig das personifizierte Mystische, das Browns Geschichte um ein Geheimnis ausmacht, das die Grundfesten der Kirche noch heftiger erschüttern könnte als jeder Skandal der Gegenwart. Unterstützt wird das Ganze von eingeblendeten bekannten (religiösen) Symbolen. Sie begleiten Langdon und Sophie Neveu (Helena Charlotte Sigal), die den Mord an ihrem Großvater im Louvre und auch ihre eigene Familiengeschichte aufklären will, von Paris über London in eine kleine Kapelle in Schottland. Dort wird schließlich das große Geheimnis gelüftet. Auch wenn die Produktion alle theatralen Möglichkeiten teils sehr charmant ausschöpft - sie kommt bei der verwobenen, komplizierten Geschichte einfach an ihre Grenzen. Die lässt sich einfach besser lesen. © dpa-infocom, dpa:260422-930-981018/1