Datum22.04.2026 22:02
Quellewww.spiegel.de
TLDREin 25-jähriger Palästinenser wurde im Westjordanland nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums von israelischen Siedlern erschossen; sie sollen ihm in den Rücken geschossen haben. Dies ereignete sich östlich von Ramallah. Die israelische Armee prüft die Berichte, während palästinensische Quellen auch vonästäinen Durchsuchungen und Festnahmen sprechen. Zuvor gab es bereits ähnliche Vorfälle. Die Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser im Westjordanland hat seit dem Gazakrieg zugenommen.
InhaltIm Westjordanland sollen israelische Siedler dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge einen 25-jährigen Palästinenser erschossen haben. Erst am Vortag gab es Berichte über eine ähnliche Attacke. Im besetzten Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben erneut ein Palästinenser von israelischen Siedlern getötet worden. Ein 25-Jähriger sei durch Schussverletzungen gestorben, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Laut dem palästinensischen Rettungsdienst Roter Halbmond schossen ihm Siedler in den Rücken. Der Angriff ereignete sich demnach in Deir Dibwan östlich von Ramallah. Nach Berichten der palästinensischen Nachrichtenagentur "Wafa" durchsuchte die Armee das Dorf und nahm mehr als 30 Personen fest. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte. Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, jüdische Wanderer seien von Dutzenden Palästinensern mit Steinen beworfen worden. Anschließend sei geschossen worden. Die Angaben beider Seiten lassen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Am Dienstag wurden palästinensischen Angaben zufolge in der Ortschaft al-Mughajir im Westjordanland ein 14-jähriger Schüler und ein 32-Jähriger durch israelische Siedler erschossen. Die israelische Armee teilte mit, sie überprüfe den Vorfall. Seit Beginn des Gazakriegs vor mehr als zweieinhalb Jahren nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist es auch im besetzten Westjordanland die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz deutlich angestiegen. Generalstabschef Ejal Zamir hatte im März Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser als "moralisch und ethisch inakzeptabel" verurteilt. Den israelischen Sicherheitskräften wird jedoch weiterhin vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen die Gewalt vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen. Erst Anfang April hatte die israelische Regierung mehreren Medienberichten zufolge die Errichtung von 34 illegalen Siedlungen im Westjordanland genehmigt. Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Mehr als 490.000 Israelis leben dort in Siedlungen, die von den Vereinten Nationen als völkerrechtswidrig eingestuft wurden. Radikale Siedler gehen im Westjordanland brutal vor, von der Staatsmacht haben sie nichts zu befürchten. Mehr zu Angriffen auf palästinensische Landwirte lesen Sie hier .