Datum22.04.2026 16:09
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer moldauische Oligarch Vladimir Plahotniuc wurde wegen Betrugs, Geldwäsche und krimineller Vereinigung zu 19 Jahren Haft verurteilt. Er beherrschte jahrelang die Politik und war maßgeblich am "Diebstahl des Jahrhunderts" beteiligt, bei dem eine Milliarde Dollar aus dem Bankensystem verschwand. Nach seinem Machtverlust floh Plahotniuc, wurde aber kürzlich in Griechenland gefasst und ausgeliefert. Die Verteidigung kündigte Berufung an.
InhaltVladimir Plahotniuc hat jahrelang die kleine Republik Moldau in Osteuropa beherrscht – später machte er mit dem "Diebstahl des Jahrhunderts" Schlagzeilen. Nach seinem Machtverlust floh er. Nun wurde ihm der Prozess gemacht. Ein Gericht in der Republik Moldau hat den einst als reichsten und mächtigsten Mann des Landes geltenden Oligarchen Vladimir Plahotniuc zu 19 Jahren Haft verurteilt. Er sei des Betrugs, der Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen worden, berichtet die Nachrichtenagentur Moldpress. Die Staatsanwaltschaft hatte 25 Jahre Haft für den 60-jährigen Politiker und Geschäftsmann gefordert. Die Verteidigung will in Berufung gehen. Plahotniuc bestimmte mit seiner Demokratischen Partei jahrelang die Politik in Moldau. Während seiner Amtszeit übte er erheblichen Einfluss auf das zutiefst kriminelle Oligarchenregime aus. 2013 verschwand umgerechnet eine Milliarde Dollar aus dem moldauischen Bankensystem. Das entsprach damals etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Moldau. Einer der Hauptverdächtigen in dem Fall: Wirtschaftsmagnat Plahotniuc. Nachdem die Partei 2019 abgewählt und er selbst mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert wurde, verließ Plahotniuc das zwischen Rumänien und der Ukraine gelegene kleine osteuropäische Land. Im vergangenen Herbst wurde er in Griechenland gefasst und kurz vor der Parlamentswahl in Moldau an die Republik ausgeliefert.