Textilindustrie: Ostdeutsche Textilbranche setzt auf Recycling und Innovation

Datum22.04.2026 15:07

Quellewww.zeit.de

TLDRDie ostdeutsche Textilbranche setzt auf Recycling als Zukunftsmarkt und arbeitet an der Wiederverwertbarkeit von Textilien. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen wie Absatzkrisen und Rohstoffknappheit, fokussiert sich die Branche, insbesondere auf technische Textilien. Unternehmen auf der Messe Techtextil präsentieren innovative Lösungen, darunter recycelte und ökologische Vliesstoffe sowie PFAS-freie Materialien. Wachstum wird angesichts der aktuellen Bedingungen als schwierig eingestuft.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Textilindustrie“. Lesen Sie jetzt „Ostdeutsche Textilbranche setzt auf Recycling und Innovation“. Die ostdeutsche Textilindustrie sieht im Recycling einen großen Zukunftsmarkt. Derzeit gebe es Millionen Tonnen von Alttextilien, die nicht als Rohstoff genutzt würden, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti), Thomas Lindner. Bei der Entwicklung neuer Textilien müsse ihre Wiederverwertbarkeit von Anfang an mitgedacht werden. "Ziel muss sein, dass aus Alttextilien wieder etwas Neues hergestellt werden kann." Daran arbeiteten viele Unternehmen in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten in der Region.  Auf der Messe Techtextil in Frankfurt am Main präsentieren sich diese Woche den Angaben zufolge rund 1.500 Aussteller aus 52 Ländern. Sie versteht sich als internationale Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe. Dieser Sektor gilt als Schwerpunkt der Textilbranche in Ostdeutschland. Laut vti entfällt mehr als die Hälfte ihres Umsatzes auf technische Textilien. Der Verband hat rund 110 Mitglieder, vor allem in Sachsen und Thüringen.  Die Branche hat derzeit mit etlichen Problemen zu kämpfen. So spüren viele Unternehmen die Absatzkrise der Automobilindustrie. In Autos steckten zahlreiche Textilien, von Sitzbezügen über Dachhimmel bis zu Bespannungen im Innenraum, erläuterte Lindner. Hinzu komme eine "desaströse Entwicklung" im Textileinzelhandel. Und die weltpolitische Lage stelle die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen wie Fasern und Chemikalien zunehmend infrage. Einerseits seien bestimmte Farbstoffe und Vorprodukte gar nicht mehr verfügbar; andererseits werde im Einkauf vieles teurer.  "Ein Wachstum halte ich unter diesen Voraussetzungen für ausgeschlossen", sagte Lindner, nach einer Prognose für die Branche in diesem Jahr gefragt.  Bei der Messe Techtextil in Frankfurt sind den Angaben nach 26 Unternehmen und Institute aus dem Verband vertreten. Dazu gehört Norafin aus Mildenau im Erzgebirge. Es stellt Vliesstofflösungen aus recycelten Fasern sowie ökologische Vliesstoffe aus Flachs, Hanf, Cellulose und Schafwolle vor. Die Firma Vowalon aus Treuen im Vogtland präsentiert neuartige Outdoor-Materialien, die besonders strapazierfähig und witterungsbeständig sein sollen. Und das Unternehmen C.F. Weber aus Spitzkunnersdorf in Ostsachsen treibt die Abkehr von sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) voran. Ab 2027 wolle es das komplette Sortiment frei von solchen Substanzen anbieten, hieß es. © dpa-infocom, dpa:260422-930-979176/1