Persischer Golf: Iran beschießt und beschlagnahmt Schiffe in Straße von Hormus

Datum22.04.2026 14:58

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Iran hat in der Straße von Hormus zwei Frachter festgesetzt und mindestens drei weitere Schiffe beschossen, laut iranischen Medien zur Durchsetzung seiner Kontrolle. Die UKMTO bestätigt den Beschuss von drei Containerschiffen durch ein iranisches Kanonenboot. Die Darstellungen über den Hergang und die Rechtfertigung widersprechen sich. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Verlängerung der von den USA angekündigten Waffenruhe und der fortgesetzten US-Seeblockade iranischer Häfen, die der Iran als Kriegshandlung betrachtet. Die Straße von Hormus ist eine wichtige globale Schifffahrtsroute für Öl und Flüssigerdgas.

InhaltDie iranische Revolutionsgarde hat nach Berichten iranischer Medien zwei Frachter an die Küste eskortiert. Mindestens drei Schiffe sollen beschossen worden sein. Die iranische Revolutionsgarde hat in der Straße von Hormus offenbar zwei Frachtschiffe festgesetzt und an die iranische Küste eskortiert. Das berichteten das iranische Staatsfernsehen und die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim. Bei den Schiffen handelt es sich demnach um die MSC Francesca und die Epaminondas. Die Eigentümer waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Es ist die erste Festsetzung von Schiffen durch den Iran seit Kriegsbeginn. Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine UKMTO bestätigte zudem den Beschuss von mindestens drei Containerschiffen. Der Kapitän eines Schiffes habe gemeldet, nordöstlich des Oman von einem iranischen Kanonenboot mit Geschützen und Raketenwerfern beschossen worden zu sein; die Brücke sei schwer beschädigt. Verletzte oder Umweltschäden wurden nicht gemeldet. Zwei weitere Schiffe meldeten Beschuss rund acht Seemeilen westlich der iranischen Küste. Wer in diesen Fällen das Feuer eröffnete, ließ die UKMTO zunächst offen. Die Darstellungen über den Hergang gehen auseinander. Laut UKMTO eröffnete das iranische Kanonenboot das Feuer ohne Vorwarnung. Die iranische Agentur Nour News berichtete dagegen, dass erst geschossen worden sei, nachdem ein Schiff "Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert" habe. Wie die Agentur Fars berichtete, teilte der Iran mit, er habe seine Kontrolle über die Straße "auf rechtmäßige Weise" durchgesetzt. Unabhängig überprüfbare Belege für die jeweiligen Versionen lagen zunächst nicht vor. US-Präsident Donald Trump hatte am späten Dienstag in einer Mitteilung in den sozialen Medien angekündigt, die zweiwöchige Waffenruhe im Krieg gegen den Iran auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Den Schritt begründete er mit einer Bitte pakistanischer Vermittler. Zugleich kündigte er an, die Seeblockade iranischer Häfen fortzusetzen. Die US-Marine hatte am Samstag ein iranisches Frachtschiff beschossen und festgesetzt sowie am Dienstag im Indischen Ozean einen iranischen Öltanker geentert. Der Iran wertet die Blockade als Kriegshandlung und das Vorgehen der US-Marine als "Piraterie auf See und Staatsterrorismus". Der Iran hat eine Verlängerung der Waffenruhe nicht offiziell beantragt und droht laut der Nachrichtenagentur Tasnim weiterhin damit, die US-Blockade gewaltsam zu durchbrechen.  Der Leiter der iranischen diplomatischen Vertretung in Ägypten, Modschtaba Ferdussi Pur, sagte der Nachrichtenagentur AP, eine Delegation werde erst dann nach Islamabad entsandt, wenn die USA die Hafenblockade aufgäben. In Friedenszeiten werden rund 20 Prozent der weltweit gehandelten Mengen an Öl und Flüssigerdgas durch die Straße von Hormus transportiert. Die iranische Führung hatte die Meerenge am Freitag kurzzeitig geöffnet, die Sperrung jedoch bereits am Samstag wieder in Kraft gesetzt. Die iranische Armeeführung begründete dies mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. Alle Entwicklungen zum Krieg gegen den Iran lesen Sie in unserem Liveblog.