Wohnen: Zahl der Zwangsräumungen in Sachsen sinkt

Datum22.04.2026 13:21

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Zahl der Zwangsräumungen in Sachsen ist 2025 auf 2.115 Fälle gesunken, nach einem Höchststand von 2.704 im Vorjahr. Trotzdem warnt die Linksfraktion vor voreiliger Entwarnung, da Mietschulden weiterhin Hauptgrund sind und Wohnungslosigkeit steigt. 2025 waren 6.885 Menschen wohnungslos. Die Linke fordert eine Landesstrategie mit mehr Mieterschutz, sozialem Wohnungsbau und kommunaler Unterstützung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wohnen“. Lesen Sie jetzt „Zahl der Zwangsräumungen in Sachsen sinkt“. Die Zahl der Zwangsräumungen in Sachsen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Wie aus einer kleinen Anfrage der Linksfraktion im sächsischen Landtag hervorgeht, wurden 2025 insgesamt 2.115 Wohnungen zwangsgeräumt. Im Jahr zuvor hatte es mit 2.704 Fällen noch einen Höchststand gegeben. Insgesamt wurden 2025 demnach 2.628 Räumungsaufträge erteilt. Die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Juliane Nagel, warnte dennoch vor verfrühter Entwarnung. "Der Rückgang ist erfreulich, doch von einer Trendwende können wir noch nicht ausgehen." Als Hauptgrund für Zwangsräumungen nannte sie Mietschulden. Bereits ein Mietrückstand von zwei Monaten könne zur Kündigung führen. "Die Betroffenen werden dann wohnungslos, viele landen auf der Straße." Zugleich verwies Nagel auf steigende Zahlen bei Wohnungslosigkeit. Zum Stichtag 31. Januar 2025 seien in Sachsen 6.885 wohnungslose Menschen erfasst worden, nach 4.535 im Jahr zuvor. "Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein, denn viele Betroffene sind verdeckt wohnungslos." Die Linksfraktion fordert eine Landesstrategie gegen Wohnungslosigkeit sowie mehr Prävention, etwa durch stärkeren Mieterschutz, mehr sozialen Wohnungsbau und eine bessere Unterstützung der Kommunen. "Wir fordern die Staatsregierung auf, wirksam gegen Wohnungslosigkeit und Zwangsräumungen vorzugehen", hieß es. © dpa-infocom, dpa:260422-930-978428/1