Datum22.04.2026 12:15
Quellewww.zeit.de
TLDRBrandenburgs Justizminister Benjamin Grimm fordert Männer auf, sich lauter gegen digitale Gewalt zu positionieren. Er appelliert an sie, Frauen in diesem Kampf beizustehen, da Frauen überproportional betroffen seien. Der Minister äußerte sich im Potsdamer Landtag, wo die SPD eine stärkere Prävention und Strafverfolgung digitaler Gewalt forderte. Aktueller Anlass ist die breite Debatte über sexualisierte Gewalt im Netz, ausgelöst durch Vorwürfe der Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt in diesem Fall wegen Nachstellung.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Übergriffe im Netz“. Lesen Sie jetzt „Minister zu digitaler Gewalt: "Männer können lauter werden"“. In der Debatte um digitale und sexualisierte Gewalt fordert Justiz- und Digitalminister Benjamin Grimm mehr Einsatz von Brandenburgs Männern. "Ich empfinde es so, dass wir Männer durchaus noch lauter werden können", sagte der SPD-Politiker im Potsdamer Landtag. Sie sollten klar Stellung gegen digitale Gewalt beziehen. Ein Großteil der Betroffenen dieser Gewaltform seien Frauen, weshalb er sein Geschlecht explizit anspreche, so Grimm: "Ich wünsche mir, dass wir als Männer gemeinsam an der Seite der Frauen stehen." Natürlich seien nicht alle Männer schlecht und neigten zur Gewalt. Aber er frage sich auch, "woran die Zurückhaltung wohl liegen mag". In der Aktuellen Stunde im Potsdamer Landtag ging es auf Antrag der SPD-Fraktion um das Thema "Keine Toleranz bei digitaler Gewalt – Schutzlücken schließen, Prävention ausbauen und Strafverfolgung konsequent durchführen". Ein Entschließungsantrag dazu wurde gegen die Stimmen der AfD-Fraktion angenommen. Seit einigen Wochen läuft in Deutschland eine breite Debatte über sexualisierte Gewalt - auch im Internet. Hintergrund sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte. Sie wirft ihm vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die "initiale Berichterstattung" des "Spiegels" gerichtliche Schritte einzuleiten. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt inzwischen zu einer Strafanzeige von Fernandes wegen des Vorwurfs der Nachstellung. Hintergrund ist, dass Fernandes und Ulmen vor ihrem Umzug 2023 nach Mallorca in Potsdam gewohnt haben. © dpa-infocom, dpa:260422-930-977917/1