Datum22.04.2026 11:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer türkische Bürgermeister Onursal Adıgüzel von der CHP wurde unter Bestechungsvorwürfen verhaftet. Er ist der 21. CHP-Amtsträger, der inhaftiert wird. Die Oppositionspartei sieht dies als politisch motivierte Kampagne der Regierung Erdoğan, die jedoch jegliche Einflussnahme auf die Justiz zurückweist. Insbesondere der Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu, dem umfangreiche Straftaten vorgeworfen werden, gilt als prominentes Opfer. Kritiker sehen in diesen Verhaftungen einen Versuch, aussichtsreiche Oppositionelle von zukünftigen Wahlen fernzuhalten.
InhaltDie türkische Justiz hat mittlerweile den 21. Amtsträger der Oppositionspartei CHP verhaftet. Präsident Erdoğan weist Vorwürfe der Einflussnahme auf die Justiz zurück. In der Türkei ist es erneut zur Verhaftung mehrerer Oppositionspolitiker gekommen, darunter der Bürgermeister des Istanbuler Bezirks Ataşehir, Onursal Adıgüzel. Der Haftbefehl sei unter anderem wegen Bestechungsvorwürfen erlassen worden, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Adıgüzel ist bereits der 21. Bürgermeister der größten Oppositionspartei Cumhuriyet Halk Partisi (CHP), der in Untersuchungshaft sitzt. Die CHP sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Dieser weist die Vorwürfe der Einflussnahme auf die türkische Justiz zurück. Der wohl bekannteste inhaftierte CHP-Politiker ist der Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu. Er war im März 2025 kurz vor seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat der CHP festgenommen worden. Die türkische Staatsanwaltschaft wirft İmamoğlu insgesamt 142 Straftaten vor, darunter Korruption, Veruntreuung und Spionage. In ihrer Anklage fordert sie eine Haftstrafe von bis zu 2.430 Jahren. Kritiker werten die Vorwürfe, die İmamoğlu zurückweist, als politisch motiviert. Seine Verhaftung wird als Versuch der Regierung Erdoğans gesehen, den aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten daran zu hindern, bei der Wahl 2028 anzutreten.