Datum22.04.2026 11:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 33-jährigen Polizisten wegen mutmaßlichen Geheimnisverrats, Bestechlichkeit und Rechtsbeugung erhoben. Ihm wird vorgeworfen, über drei Jahre hinweg polizeiliche Erkenntnisse an Kriminelle weitergegeben zu haben. Dafür soll er Geld, Sachleistungen und ein Darlehen von 38.000 Euro erhalten haben. In sechs Fällen soll er Ermittlungen auf Basis falscher Angaben eingeleitet haben. Das Verfahren begann 2021 nach einem Zeugenhinweis.
InhaltEs geht um den Verdacht auf Geheimnisverrat, Bestechlichkeit und Rechtsbeugung: Ein Polizist in Berlin soll Informationen an mutmaßliche Kriminelle weitergegeben haben – teilweise für eine Gegenleistung. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 33 Jahre alten, mutmaßlich korrupten Polizisten erhoben. Sie wirft dem Beamten unter anderem vor, zwischen Februar 2020 und Februar 2023 in 17 Fällen polizeiliche Erkenntnisse an Mitglieder der kriminellen Szene weitergegeben zu haben, wie die Behörde mitteilte . Dem Neuköllner Streifenbeamten werden demnach Geheimnisverrat, Bestechlichkeit und Rechtsbeugung zur Last gelegt. Einem Beschuldigten soll er etwa verraten haben, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorliege. Auch Informationen zu bevorstehenden Einsätzen und Dienstzeiten einzelner Kolleginnen und Kollegen habe er weitergegeben, hieß es. Für den Verrat von Informationen habe der Polizist in vier Fällen zudem Gegenleistungen angenommen, etwa Getränke, Essen und Kosten für Wasserpfeifen. Auch ein Darlehen in Höhe von 38.000 Euro soll der Verdächtige demnach im Gegenzug für polizeiinterne Informationen erhalten haben. In weiteren sechs Fällen habe der Mann unter falschen Angaben Ermittlungen eingeleitet und Durchsuchungen veranlasst, auf Basis angeblich anonymer Hinweise. Dabei seien ihm die Hinweisgeber bekannt gewesen. Ins Rollen gebracht wurde das Verfahren den Angaben zufolge durch einen Zeugenhinweis im Jahr 2021. Nach verdeckten Ermittlungen sei 2023 eine Durchsuchung erfolgt, bei der Beweismittel beschlagnahmt wurden. Dabei handelte es sich laut Staatsanwaltschaft insbesondere um Telefonchats. Der Polizist sei unmittelbar nach den Durchsuchungen vom Dienst freigestellt worden.