Berliner Polizei: Mutmaßlich korrupt: Staatsanwaltschaft klagt Polizisten an

Datum22.04.2026 10:54

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 33-jährigen Polizisten wegen Korruption erhoben. Ihm wird vorgeworfen, über drei Jahre hinweg polizeiliche Erkenntnisse, darunter Haftbefehle und Informationen zu Einsätzen, an Mitglieder der kriminellen Szene weitergegeben zu haben. Als Gegenleistung erhielt er unter anderem Getränke, Essen und ein Darlehen von 38.000 Euro. Ermittlungen, ausgelöst durch Zeugen, führten im Februar 2023 zur Sicherstellung von Beweismitteln und zur Freistellung des Beamten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Berliner Polizei“. Lesen Sie jetzt „Mutmaßlich korrupt: Staatsanwaltschaft klagt Polizisten an“. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 33 Jahre alten, mutmaßlich korrupten Polizisten erhoben. Sie wirft dem Beamten vor, zwischen Februar 2020 und Februar 2023 in 17 Fällen polizeiliche Erkenntnisse an Mitglieder der kriminellen Szene weitergegeben zu haben, wie die Behörde mitteilte. Einem Beschuldigten soll er etwa verraten haben, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorliege. Auch Informationen zu bevorstehenden Einsätzen und Dienstzeiten einzelner Kolleginnen und Kollegen habe er weitergegeben, hieß es. Für den Verrat von Informationen habe der Polizist Gegenleistungen angenommen, etwa Getränke, Essen und Kosten für Wasserpfeifen. Auch ein Darlehen in Höhe von 38.000 Euro soll der Verdächtige im Gegenzug für polizeiinterne Informationen erhalten haben. In weiteren Fällen habe der Mann unter falschen Angaben Ermittlungen eingeleitet und Durchsuchungen veranlasst auf Basis angeblich anonymer Hinweise. Dabei seien ihm die Hinweisgeber bekannt gewesen. Aufmerksam wurden die Ermittler auf den Beamten den Angaben zufolge durch Zeugenhinweise im Jahr 2021. "Im Rahmen verdeckter Ermittlungen und anschließender Durchsuchungen im Februar 2023 konnten Beweismittel,insbesondere Telefonchats, sichergestellt werden", hieß es. Der Angeklagte sei unmittelbar im Anschluss der Durchsuchungen vom Dienst freigestellt worden. © dpa-infocom, dpa:260422-930-977445/1