Datum22.04.2026 09:37
Quellewww.zeit.de
TLDREin Viertel der deutschen Erwerbstätigen arbeitete 2025 zumindest zeitweise im Homeoffice, was dem Niveau von 2021 entspricht. Dies liegt knapp über dem EU-Durchschnitt. Während regelmäßige Büroarbeit seltener wird, bevorzugen immer mehr Menschen hybride Modelle. Experten sehen Potenzial für weitere Homeoffice-Nutzung, auch angesichts hoher Spritpreise. Die Nutzung variiert stark nach Branche, wobei IT und Unternehmensberatung führend sind.
InhaltNach der Coronapandemie ist die Homeoffice-Quote gesunken – im vergangenen Jahr gab es dann aber einen leichten Anstieg. Die Zahlen sind wieder auf dem Niveau von 2021. Im vergangenen Jahr hat ein Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland zumindest zeitweise im Homeoffice gearbeitet. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, belief sich der Anteil damit etwas höher als in den Vorjahren 2024 mit 24 Prozent und 2023 mit 23 Prozent. Deutschland lag demnach leicht über dem Durchschnitt der EU-Staaten, der 23 Prozent aller Erwerbstätigen ab 15 Jahren betrug. Mit dem leichten Anstieg erreichten die Zahlen 2025 wieder das Niveau des Coronajahres 2021. Insgesamt liegt der Anteil inzwischen deutlich höher als im Vor-Pandemie-Jahr 2019. Damals waren nur 13 Prozent gelegentlich aus dem Homeoffice tätig. Während die Zahlen zur Arbeit von zu Hause sich seit 2020 durchgehend auf deutlich höherem Niveau also davor bewegen, gehen die Menschen inzwischen nicht mehr so regelmäßig ins Büro. Nur knapp ein Viertel arbeitet ausschließlich im Homeoffice, 2021 waren es noch 40 Prozent. Hybridmodelle werden offenbar immer beliebter: Knapp die Hälfte der Homeoffice-Nutzer verbringt weniger als die Hälfte seiner Arbeitszeit zu Hause. "Es ist grundsätzlich ein positives Signal, dass der Anteil der Menschen, die auch im Homeoffice arbeiten, leicht gestiegen ist", sagte Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des WSI-Instituts der Hans-Böckler-Stiftung. Die Forschung zeige, dass das Homeoffice-Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft sei und dass sich mehr Menschen wünschten, von zu Hause aus arbeiten zu können. Sinnvoll sei dies auch vor dem Hintergrund der Energiekrise. Um Menschen bei "hohen Spritpreisen zu entlasten, wäre ein Recht auf Homeoffice, wie es während der Pandemie auch diskutiert wurde, sinnvoll", sagte die Expertin. Wie häufig Erwerbstätige Homeoffice nutzen, wird den Angaben zufolge von verschiedenen Faktoren beeinflusst, etwa von der Größe des Unternehmens oder dem Alter der Beschäftigten. Insbesondere hängt die Nutzung allerdings von der Branche ab. Weit verbreitet war mobiles Arbeiten 2025 vor allem bei IT-Dienstleistern, Verwaltungstätigkeiten und in der Unternehmensberatung – mit einem Anteil von jeweils knapp drei Vierteln. Die höchste Quote innerhalb der EU gab es wie in den Vorjahren in den Niederlanden, wo mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Erwerbstätigen zumindest zeitweise von zu Hause arbeitet. In Rumänien und Bulgarien (jeweils 4 Prozent) und Griechenland (7 Prozent) arbeiteten den Angaben zufolge anteilig die wenigsten Berufstätigen im Homeoffice.