Datum22.04.2026 10:00
Quellewww.zeit.de
TLDRVerteidigungsminister Pistorius plant, die Bundeswehr zur stärksten Armee Europas auszubauen, mit einem Ziel von 460.000 Soldaten (aktiv und Reserve). Die neue Strategie fokussiert sich auf Abschreckung, verbessert Durchhaltefähigkeit und technologische Überlegenheit. Russland wird als Hauptbedrohung für die NATO identifiziert, die neben konventioneller Aufrüstung auch hybride Mittel einsetzt. Bürokratieabbau und KI-Einsatz sind weitere Kernpunkte der Strategie.
InhaltDas neue Strategiekonzept der Bundeswehr sieht das Ziel von 460.000 deutschen Soldaten vor. Kernpunkte sind auch der Abbau von Bürokratie und der Einsatz von KI. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat in Berlin die neue Militärstrategie der Bundeswehr sowie das dazugehörige Fähigkeitsprofil vorgestellt. Das Gesamtkonzept übersetzt politische Vorgaben zur Landes- und Bündnisverteidigung erstmals systematisch in konkrete militärische Fähigkeiten wie Waffen, Truppenstärken und Durchhaltefähigkeit. Darüber hinaus wird auch der Aufbau und die Struktur der Streitkräfte für die Zukunft festgelegt. Dabei gehe es vor allem um Abschreckung, sagte Pistorius. "Leitlinie ist das Ziel von mindestens 460.000 einsatzbereiten Soldaten. Aktive Truppe und Reserve zusammen." Ziel sei es, die stärkste konventionelle Armee in Europa aufzubauen. "Kurzfristig erhöhen wir unsere Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit. Mittelfristig streben wir einen deutlich übergreifenden Fähigkeitszuwachs an und langfristig werden wir technologische Überlegenheit herstellen", sagte der Minister. Das Verteidigungsministerium beschreibt Russland in den Grundsatzdokumenten als Hauptbedrohung. "Es bereitet sich durch seine Aufrüstung auf eine militärische Auseinandersetzung mit der Nato vor und sieht den Einsatz militärischer Gewalt als legitimes Instrument zur Durchsetzung seiner Interessen", schreibt der Minister zu dem Konzept. Russland setze dazu gezielt auch auf "hybride Mittel", wie Spionage, Sabotageakte, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen. Diese seien keine Randphänomene mehr. Ihre Abwehr sei zur Daueraufgabe geworden. In seiner Rede blickt der Verteidigungsminister jedoch auch auf die sicherheitspolitische Lage in Venezuela, in Grönland und im Iran. "Wir schaffen mit den heute vorgestellten Strategien Klarheit für die Bundeswehr in sehr unvorhersehbaren Zeiten", sagte der SPD-Politiker. Pistorius kündigt darüber hinaus in dem Paket Maßnahmen für weniger Bürokratie in der Bundeswehr an. Dazu solle auch Künstliche Intelligenz eingesetzt werden. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.