Datum22.04.2026 09:08
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie BaFin wird von Fintechs oft als "Innovationskiller" kritisiert. BaFin-Strategiechef Rupert Schaefer weist dies zurück und betont eine pro-Innovation-Grundhaltung. Er räumt jedoch ein, dass die Behörde sich bei Genehmigungsgeschwindigkeiten und im Dialog mit Fintechs verbessern kann. Schaefer kündigte Vereinfachungen und den Abbau bürokratischer Hürden an.
InhaltDie deutsche Finanzaufsicht gilt bei manchen Gründern als "Innovationskiller". Im Interview wehrt sich BaFin-Strategiechef Rupert Schaefer erstmals ausführlich gegen das Imageproblem – und kündigt Veränderungen an. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin ist bei vielen Investoren und Gründern als Innovationskiller verschrien. Jedes zweite Fintech attestiert der Behörde eine "mangelhafte Kommunikation", 73 Prozent sehen sie sogar als Verhinderer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Rupert Schaefer (45) möchte mit dem Bremsklotz-Image aufräumen. Der Jurist gehört dem mächtigen Direktorium der BaFin an und hat als "Exekutivdirektor Strategie, Policy und Steuerung" eine klare Mission: die Behörde moderner zu machen. Im Podcast-Interview bei Finance Forward nimmt der Exekutivdirektor erstmals ausführlich Stellung zur Kritik der Fintechs. "Unsere Grundhaltung ist sehr stark pro Innovation", betont er. Den Vorwurf, die Behörde sei nach dem Wirecard-Skandal bei Jungfirmen wie N26 oder Solaris über das Ziel hinausgeschossen, weist er zurück: "Es ist nicht unser Job, Fintechs aus dem Markt zu halten. Es kann aber auch nicht unser Job sein, sie besonders zu fördern oder ein paar Augen zuzudrücken." Im Finance-Forward-Podcast sprechen wir mit den spannendsten Köpfen aus Fintechs, Banken und der Welt der Profi-Investoren. Kritisch, unabhängig, unterhaltsam. Allerdings, so Schaefer, könne sich die Behörde grundsätzlich weiterentwickeln – etwa bei der Geschwindigkeit von Genehmigungen. Zentral sei zudem ein enger und frühzeitiger Dialog mit den Fintechs. "Das würde ich auch als Teil meiner persönlichen Ambition sehen", sagt Schaefer. Konkret kündigte er auch Vereinfachungen an: Die Aufsicht habe bereits mehrere Vorschläge beim Gesetzgeber eingereicht, um überflüssige Bürokratie abzubauen. Im Gespräch mit den Finance-Forward-Redakteuren Caspar Schlenk und Hannah Schwär gibt Schaefer zudem Einblicke, wo er die größten Hausaufgaben für die Behörde sieht, wie die Finanzaufsicht heute künstliche Intelligenz nutzt und wie er die Dynamik der Kryptobranche einordnet. Im Podcast "Finance Forward" sprechen wir alle zwei Wochen mit den spannendsten Persönlichkeiten aus der neuen Finanzwelt – über Fintechs, Fonds, Krypto und Family-Offices. Sie können den Podcast über manager-magazin.de sowie auf Spotify , Apple und Deezer abonnieren.