Datum22.04.2026 07:04
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Lufthansa streicht 20.000 Kurzstreckenflüge bis Oktober, da sie die Regionaltochter Cityline aufgrund hoher Kerosinpreise und Streikkosten vorzeitig auflöst. Dies spart 40.000 Tonnen Kerosin und reduziert unwirtschaftliche Flüge. Betroffene Passagiere werden informiert. Die Pilotengewerkschaft kritisiert die Begründung und den Sparkurs.
InhaltWegen der hohen Kerosinpreise und den Kosten des Streiks hat die Airline Lufthansa das Aus ihrer Tochter Cityline vorgezogen. Nun fallen in den kommenden Monaten zahlreiche Flüge aus. Die Lufthansa streicht 20.000 Kurzstreckenflüge bis Oktober durch das vorgezogene Aus ihrer Regionaltochter Cityline. Das entspreche einer Einsparung von rund 40.000 Tonnen Kerosin, dessen Preis sich seit Beginn des Irankriegs verdoppelt habe, teilte das Unternehmen mit. Mit den Anpassungen sinke die Zahl unwirtschaftlicher Kurzstreckenflüge. Das Lufthansa-Angebot soll über den Sommer über die sechs Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom optimiert werden. Passagiere hätten so weiterhin Zugang zum weltweiten Streckennetz. Als Reaktion auf die gestiegenen Kosten von Kerosin und auf laufende Arbeitskämpfe hatte die Lufthansa vor einigen Tagen angekündigt, den Betrieb der Regionalfluggesellschaft Cityline mit sofortiger Wirkung und damit schneller als geplant einzustellen und auch Kapazitäten bei der Kernmarke Lufthansa zu reduzieren. Das "Handelsblatt" zitierte aus einem internen Schreiben, dass alle betroffenen Mitarbeiter im Cockpit und in der Kabine "widerruflich – bis auf wenige Ausnahmen – freigestellt" würden. Die 27 älteren Jets der Cityline vom Typ Canadair CRJ blieben in den vergangenen Tagen bereits am Boden. Die nun konkret geplanten ersten 120 täglichen Flugstreichungen mit Wirkung bis Ende Mai wurden laut Lufthansa am Montag umgesetzt. Die betroffenen Passagiere seien informiert worden. Die Strecken von Frankfurt nach Bydgoszcz und Rzeszow in Polen sowie Stavanger in Norwegen entfallen vorübergehend. Zehn Verbindungen innerhalb der Gruppe sollen über andere Airports laufen - betroffen sind Heringsdorf, Cork (Irland), Danzig (Polen), Ljubljana (Slowenien), Rijeka (Kroatien), Sibiu (Rumänien), Stuttgart, Trondheim (Norwegen), Tivat (Montenegro) und Breslau (Polen). Zuletzt hatten unter anderem die Lufthansa-Pilotinnen und -Piloten gestreikt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte den verschärften Sparkurs des Lufthansa-Konzerns scharf kritisiert und zweifelte die Begründung an: "Die angeführten geopolitischen Gründe erscheinen aus unserer Sicht nicht überzeugend, da kein Wettbewerber derzeit Kapazitäten in diesem Umfang aus dem Markt nimmt", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. Die Lufthansa überarbeitet angesichts der Absenkung ihrer Kapazitäten auch die mittelfristige Streckenplanung. Details sollen Ende April oder Anfang Mai veröffentlicht werden. Für die nun im Sommerflugplan vorgesehenen Flüge erwartet der Konzern eine "weitgehende stabile Treibstoffversorgung". Was jetzt auf den Lufthansa-Konzern zukommt und wie Passagiere des Konzerns mit dem Aus der Cityline umgehen können, lesen Sie hier .