Datum21.04.2026 23:25
Quellewww.spiegel.de
TLDREine Studie des Weizenbaum-Instituts zeigt, dass die Wahrnehmung von Gewalt gegen Politiker das demokratische Engagement stärkt. 81% der Deutschen halten Gewalt gegen Politiker für verbreitet, und 69% sehen die Demokratie dadurch bedroht. Gleichzeitig engagieren sich Menschen, die solche Gewalt als verbreitet empfinden, politisch stärker. Der Report thematisiert auch eine zunehmend positive Haltung gegenüber KI, eine Zunahme von Falschnachrichten und Hasskommentaren im Internet, sowie ein wachsendes zivilgesellschaftliches Engagement dagegen.
InhaltWer Gewalt gegen politische Mandatsträger als verbreitet wahrnimmt, engagiert sich mehr für die Demokratie - das zeigt eine neue Studie. Die Mehrheit der Deutschen sieht die Demokratie durch solche Attacken in Gefahr. Die Mehrheit der Deutschen sieht die Demokratie im Land angesichts der Gewalt gegen Politikerinnen und Politiker bedroht – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Weizenbaum-Instituts , die vom Bundesministerium für Forschung in Auftrag gegeben wurde. Laut den Daten halten 81 Prozent der Bevölkerung Gewalt gegen Politiker für sehr oder eher verbreitet. 69 Prozent schätzen die Demokratie dadurch als bedroht ein. Die Zahlen des Weizenbaum-Reports für das Jahr 2025 zeigen jedoch auch: Menschen, die Gewalt gegen Politiker als verbreitet wahrnehmen, engagieren sich politisch mehr als Leute, die sie nicht als verbreitet ansehen. Sie haben der Untersuchung zufolge eher demonstriert, Kontakt zu Politikern aufgenommen und Petitionen unterschrieben. Ein weiterer zentraler Befund der Studie ist, dass die Bevölkerung künstliche Intelligenz zunehmend positiv sieht. Waren es 2023 noch 27 Prozent mit einer positiven Haltung gegenüber KI, stieg der Anteil im Jahr 2025 auf 37 Prozent. Besonders stark ist diese Entwicklung laut der Untersuchung bei Bevölkerungsgruppen, die KI früher skeptischer gegenüberstanden. Ein anhaltendes Problem sind laut dem Report Falschnachrichten im Internet. Mit 47 Prozent haben mehr Personen als in den Vorjahren angegeben, innerhalb des vergangenen Jahres Fake News gesehen zu haben. In den vorherigen Berichten lag der Wert um die 40 Prozent. Zudem haben 42 Prozent der Befragten mindestens einen Hasskommentar gesehen. Parallel dazu stieg der Anteil der Menschen, die sich gegen die Verbreitung von Falschnachrichten zur Wehr setzen, indem sie Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt prüften, andere vor Fake News warnten, oder die Beiträge an die Plattformbetreiber meldeten. Das Weizenbaum-Institut führt seit 2019 mit der Freien Universität Berlin jedes Jahr eine Telefonbefragung der Bevölkerung zu den Themen Internetnutzung, demokratische Einstellungen und politische Partizipation durch. Im Jahr 2025 fand diese Befragung zum siebten Mal statt. Insgesamt wurden 1740 Personen befragt. Das 2017 gegründete Institut wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie dem Land Berlin gefördert.