Gaza: Uno meldet Höchststand gewaltsamer Vorfälle seit Waffenruhe

Datum21.04.2026 22:10

Quellewww.spiegel.de

TLDRSeit Oktober 2023 herrscht eine fragile Waffenruhe in Gaza. Die UN melden einen deutlichen Anstieg gewaltsamer Vorfälle zwischen dem 12. und 18. April, mit 46% mehr Schusswechseln und Angriffen als in der Vorwoche. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Waffenruhe. Israel und die Hamas werfen sich gegenseitig Verstöße vor. Laut der Hamas sind seit Oktober über 760 Palästinenser getötet worden. Israel baut unterdessen Erdwälle und Militärlager in Gaza.

InhaltSeit etwa einem halben Jahr gilt im Gazakrieg eine fragile Waffenstillstandsvereinbarung. Zuletzt stiegen die von der Uno registrierten, gewaltvollen Zwischenfälle jedoch wieder deutlich an. Seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe im Oktober hat die Gewalt im Gazastreifen nach Uno-Angaben einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Zahl der Vorfälle, etwa Schusswechsel, Beschuss und Angriffe, sei zwischen dem 12. und 18. April im Vergleich zur Vorwoche um 46 Prozent gestiegen, sagte Stéphane Dujarric, der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres. Dies stelle den höchsten Wochenwert seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober dar. Das israelische Militär teilte mit, man prüfe die Aussagen. Israels Armee kontrolliert weiterhin einen Großteil des Gazastreifens, im Rest des Gebiets hat die islamistische Terrororganisation Hamas ihre Kontrolle wieder gefestigt. Die Hamas besteht vor dem Übergang in die zweite Phase des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump darauf, dass Israel seine Angriffe in dem Küstenstreifen unterlässt und die Einfuhr von mehr humanitären Hilfsgütern erlaubt. Ihre in dem Plan vorgesehene Entwaffnung lehnt die Hamas weiterhin ab. Seit Beginn der Waffenruhe sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 760 Palästinenser in dem schmalen Küstenstreifen getötet worden. Die Lage in dem weitgehend zerstörten Küstenstreifen bleibt angespannt. Beide Seiten – Israel und die Terrororganisation Hamas – werfen sich immer wieder Verstöße vor. Unter anderem am Ostermontag war es zu so einem Bruch der Waffenruhe gekommen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Luftangriffen sind dabei mindestens zehn Menschen getötet worden. Das meldete das Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhaus, der von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Zivilschutz im Gazastreifen bestätigte die Zahl der Todesopfer. Dutzende weitere Menschen seien durch israelischen Beschuss und bei Zusammenstößen östlich des Flüchtlingslagers Al-Maghasi verletzt worden, teilte das Krankenhaus mit. Sechs der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Die israelische Armee erklärte, sie prüfe die Informationen. Neue Satellitenbilder zeigen: Israel baut tief in Gaza kilometerlange Erdwälle und zahlreiche Militärlager. So kontrolliert Israel inzwischen mehr als die Hälfte des Gazastreifens. Lesen Sie hier  die ganze Recherche.