Spanisches Gericht will Fall Fernandes an Deutschland abgeben – Berufung eingelegt

Datum21.04.2026 17:19

Quellewww.spiegel.de

TLDREin spanisches Gericht möchte den Fall von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen an Deutschland abgeben, da die Affäre hauptsächlich dort stattgefunden haben soll. Fernandes' Anwalt hat Berufung eingelegt, um dies zu verhindern und eine Untersuchung in Spanien zu erwirken. Fernandes wirft Ulmen vor, unter Nutzung von Deepfake-Technologie gefälschte Profile von ihr erstellt und mit Männern sexuelle Chats geführt zu haben. Die Verteidigung Ulmens bestreitet die Herstellung und Verbreitung von Deepfake-Videos.

InhaltCollien Fernandes erhob im SPIEGEL schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen. Die spanische Justiz möchte den Fall nach Deutschland abgeben. Der Anwalt von Fernandes will das nun verhindern. Der spanische Rechtsanwalt der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat nach eigenen Angaben Berufung gegen die Entscheidung eines spanischen Gerichts eingelegt, das Verfahren wegen einer Strafanzeige von Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an Deutschland abzugeben. Das bestätigten die spanischen Anwälte beider Seiten der Nachrichtenagentur dpa. Mit einer raschen Entscheidung über die Berufung sei nicht zu rechnen. Eine Justizsprecherin bestätigte die Angaben auf Anfrage der dpa zunächst nicht. Ein Gericht auf Mallorca hatte zuvor entschieden , dass die spanische Justiz für die in Palma erstattete Anzeige von Fernandes nicht zuständig sei, und das Verfahren an die Justiz in Deutschland abgegeben werde. Es handele sich um Deutsche, viele Beweismittel seien auf Deutsch, die möglichen Zeugen lebten dort und die meisten der behaupteten möglichen Straftaten hätten ihren Schwerpunkt in Deutschland, hieß es vergangene Woche zur Begründung. Die Richterin folgte damit der Argumentation der spanischen Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Fernandes' Anwalt Jorge Agüero Lafora hatte gegenüber dem SPIEGEL angekündigt , Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen. "Wir werden nicht aufhören zu kämpfen", sagte er dem SPIEGEL vergangene Woche. Schon zuvor hatte Lafora dem SPIEGEL gesagt, dass es das gemeinsame Anliegen von ihm und Fernandes sei, dass die angezeigten Taten in Spanien untersucht werden. In Spanien gibt es anders als in Deutschland Sondergerichte und spezialisierte Staatsanwaltschaften zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Collien Fernandes beschuldigt Christian Ulmen, sie "virtuell vergewaltigt" zu haben (lesen Sie hier die SPIEGEL-Recherche zum Fall ). In sozialen Medien wie etwa LinkedIn soll er täuschend echt aussehende Fakeprofile von ihr erstellt und darüber "Hunderte von Männern" kontaktiert haben. Über die Accounts soll er sich als Fernandes ausgegeben und mit Männern Chats und Gespräche mit sexuellen Inhalten geführt haben; er soll erotische Bilder und Videos verschickt haben, die den Eindruck erweckten, als handele es sich um Aufnahmen von Fernandes. Die Anwälte von Ulmen sprachen im Zusammenhang mit den Vorwürfen zunächst unspezifisch von "unwahren Tatsachen". In einer Pressemitteilung haben sie sich inzwischen auch inhaltlich zu manchen Vorwürfen eingelassen. Sie schrieben, dass Christian Ulmen zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Fernandes oder anderen Personen hergestellt oder verbreitet habe.