Datum21.04.2026 15:59
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat einen 23-jährigen Syrer wegen Terrorverdachts angeklagt. Ihm wird die Vorbereitung eines Anschlags auf Juden in Berlin vorgeworfen. Er soll sich radikal-islamistisch radikalisiert und Informationen über Sprengvorrichtungen sowie Märtyrertum gesucht haben. Zudem soll er propagiert und Materialien für einen Sprengstoffgürtel erworben haben, um einen Selbstmordanschlag zu verüben.
InhaltEin 23-Jähriger soll einen Terroranschlag gegen Juden in Berlin geplant haben. Die Generalstaatsanwaltschaft erhob nun die Anklage gegen ihn. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen einen 23-jährigen Syrer erhoben. Ihm werden in einem Fall die Vorbereitung einer terroristischen Straftat und Terrorismusfinanzierung sowie in vier Fällen das Verbreiten von Propagandamitteln terroristischer Organisationen vorgeworfen. Der Angeklagte wurde am 1. November 2025 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Er soll spätestens im März 2025 beschlossen haben, aus radikal-islamistischer Gesinnung einen terroristischen Anschlag in Berlin zu verüben, dem vor allem dort lebende Juden sowie seiner Ansicht nach "Ungläubige" zum Opfer fallen sollten. Im Rahmen von Durchsuchungen wurden bei dem nun Angeklagten mehrere Beweismittel sichergestellt. Auf Internetplattformen wie TikTok soll der Beschuldigte sich über Ansichten zum Märtyrertum und zum sogenannten Dschihad informiert haben – und über den Bau einer Sprengvorrichtung. Mit einem unbekannt gebliebenen Gesprächspartner habe er sich zudem über den geplanten Anschlag ausgetauscht, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Daraufhin soll der Angeschuldigte ein Messer und mehrere Gegenstände im Internet erworben haben, die mutmaßlich zum Bau einer Spreng- und Brandvorrichtung geeignet sind. Konkret wird ihm vorgeworfen, geplant zu haben, mit dem Messer möglichst viele jüdische Menschen und Nichtmuslime zu töten und dann einen Selbstmordanschlag mit einem Sprengstoffgürtel zu verüben. Ihm wird außerdem vorgeworfen, im März und Oktober 2025 in sozialen Medien Videos veröffentlicht zu haben, die mit Liedern und Hymnen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterlegt waren. Diese sogenannten Naschids dienen den Angaben zufolge in diesem Kontext der politischen Mobilisierung und werden häufig von der offiziellen Medienstelle des IS oder anderer ausländischer terroristischer Vereinigungen herausgegeben.