Datum21.04.2026 15:44
Quellewww.spiegel.de
TLDREin 23-jähriger Syrer wurde in Berlin wegen Terrorverdachts angeklagt. Ihm wird die Vorbereitung eines Anschlags vorgeworfen, bei dem jüdische und nicht-muslimische Personen in Berlin Ziel gewesen sein sollen. Er soll sich online über den Dschihad informiert, Material für Sprengsätze beschafft und die Hymnen des IS verbreitet haben. Er wurde im November festgenommen und befindet sich in U-Haft.
InhaltEin junger Syrer soll Hymnen der Terrormiliz "Islamischer Staat" geteilt und ein Sprengstoffattentat geplant haben. Jetzt wurde er angeklagt. Ein 23-jähriger Mann ist in Berlin wegen des Verdachts auf einen geplanten Anschlag angeklagt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit . Der terrorverdächtige Syrer war im vergangenen November festgenommen worden und in Untersuchungshaft gekommen. Im Rahmen von Durchsuchungen an diesem Tag wurden bei ihm mehrere Beweismittel sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft Berlin wirft dem Mann die Vorbereitung einer terroristischen Straftat, Terrorismusfinanzierung und in vier Fällen das Verbreiten von Propagandamitteln terroristischer Organisationen vor. Spätestens seit März 2025 soll der Angeschuldigte den Entschluss gefasst haben, einen Anschlag in Berlin zu verüben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass diesem Anschlag vor allem in Berlin lebende Jüdinnen und Juden sowie seiner Ansicht nach "Ungläubige" zum Opfer fallen sollten. Zudem soll er sich auf Internetplattformen wie Telegram und TikTok über Ansichten zum "Märtyrertum" und zum sogenannten Dschihad informiert haben. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeschuldigte ein Messer sowie im Internet diverse Gegenstände erworben haben, die mutmaßlich zum Bau einer Spreng- und Brandvorrichtung geeignet sind. Damit soll er bereits in experimentelle Versuche eingetreten sein und geplant haben, unmittelbar mit dem Messer möglichst viele jüdische Personen und Nicht-Muslime tödlich anzugreifen, um im weiteren Verlauf einen Selbstmordanschlag mit einem Sprengstoffgürtel zu verüben. Neben den Anschlagvorbereitungen soll der Mann auf einer Social-Media-Plattform mehrfach islamistische Propaganda gepostet haben – darunter sogenannte Nashids des "Islamischen Staates", also jihadistische Kampflieder. Wie der SPIEGEL vergangenes Jahr aus Sicherheitskreisen erfuhr, stammt der Beschuldigte aus der syrischen Stadt Aleppo und soll 2023 nach Deutschland eingereist sein. Seiner Festnahme gingen demnach umfangreiche Ermittlungen des Bundesamts für Verfassungsschutz voraus.