Datum21.04.2026 12:19
Quellewww.spiegel.de
TLDRIm Iran wurde ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten vollstreckt. Dem Verurteilten wurde vorgeworfen, eine Moschee in Brand gesetzt zu haben. Zuvor wurden bereits zwei Männer wegen Spionage für Israel hingerichtet, die Menschenrechtler als politische Gefangene einstufen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran, die auch zur Einschüchterung genutzt werde. 2022 wurden mindestens 1639 Menschen hingerichtet.
InhaltMenschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran. Nun hat das Regime eine weitere Hinrichtung im Zusammenhang mit den blutigen Massenprotesten vorgenommen. Inmitten einer Welle von Hinrichtungen hat Irans Justiz ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar vollstreckt. Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde demnach vorgeworfen, bei den Aufständen eine Moschee im Teheraner Stadtteil Gholhak in Brand gesetzt zu haben. Bereits am Montag wurden zwei Männer nach Spionagevorwürfen exekutiert. Die Justiz warf ihnen vor, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprachen hingegen von politischen Gefangenen, die den oppositionellen Volksmudschahedin angehört haben sollen. Die Organisation Iran Human Rights verurteilte die Hinrichtungen scharf. Bei den Protesten im Januar sollen bis zu 30.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen nicht. Lesen Sie hier in der SPIEGEL-Rekonstruktion, wie brutal die Sicherheitskräfte vorgingen. Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mindestens 1639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr. Mindestens neun Menschen wurden im Zusammenhang mit den jüngsten Protesten hingerichtet. Irans Sicherheitsapparat hatte die Massenproteste Anfang des Jahres brutal niedergeschlagen. Derweil hoffen viele Menschen in dem 87-Millionen-Einwohner-Land auf eine Fortsetzung der Verhandlungen mit den USA. Die zweiwöchige Waffenruhe im Krieg läuft bald ab, jedoch ist es unklar, ob die diplomatischen Bemühungen fortgesetzt werden. Während die USA offenbar eine neue Verhandlungsrunde vorbereiten, hat Iran seine Teilnahme bislang offengelassen. Zugleich verschärft US-Präsident Donald Trump den Ton – und stellt eine Verlängerung der Feuerpause infrage. Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen die Feuerpause vor. Teheran kritisiert unter anderem Angriffe auf ein iranisches Schiff sowie die anhaltende Blockade seiner Häfen. Zudem verweist die iranische Führung auf die angespannte Lage im Libanon, wo es trotz Waffenruhe zu weiteren Gefechten mit Israel kommt.