Kosten für Rettungseinsätze: Wüst fordert von Kassen Bewegung bei Rettungsdiensten

Datum21.04.2026 11:32

Quellewww.zeit.de

TLDRMinisterpräsident Wüst fordert von Krankenkassen eine Lösung bei den Rettungsdiensteinsatzkosten in NRW. Seit Jahresbeginn übernehmen die Kassen die Kosten für sogenannte Fehlfahrten nicht mehr vollständig. Der Streit droht dazu zu führen, dass Patienten bei einem Einsatz ohne Krankenhausfahrt hunderte Euro zahlen müssten. Wüst lehnt staatliche Übernahme ab und kritisiert das Vorgehen der Kassen als Erpressung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kosten für Rettungseinsätze“. Lesen Sie jetzt „Wüst fordert von Kassen Bewegung bei Rettungsdiensten“. Im Streit um die Kosten für Rettungsdienst-Einsätze in Nordrhein-Westfalen hat Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) von den Krankenkassen Bewegung gefordert. "Die Krankenkassen sollen bloß nicht glauben, dass wir uns von ihnen erpressen lassen", sagte Wüst in Düsseldorf vor Journalisten. Er sehe die Aufgabe der Kassen jetzt darin, eine Übergangslösung zu finden.  Seit dem Jahreswechsel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Rettungseinsätze in einigen nordrhein-westfälischen Städten und Kreisen nicht mehr komplett. Der Knackpunkt sind sogenannte Fehlfahrten. Das sind Einsätze, bei denen ein Rettungswagen rausfährt, ohne am Ende einen Patienten ins Krankenhaus zu bringen - etwa, weil einem Verletzten vor Ort geholfen wurde. Seit Wochen bemühen sich das nordrhein-westfälische Gesundheits- und das Kommunalministerium darum, in dem Konflikt zu vermitteln. Bislang ohne Erfolg. Das Land will für den Fehlbetrag nicht einspringen. Wenn das Land die Kosten übernähme, dann hätten die Kassen "mit ihrer Erpressung Recht behalten", so Wüst. Finden Krankenkassen und Kommunen keine Lösung, müssten Patienten vielerorts wohl einen Eigenanteil von mehreren hundert Euro bezahlen, wenn sie einen Rettungswagen rufen. "Niemand in NRW soll zögern müssen, den Notruf anzurufen", sagte Wüst. "Was die Kassen da machen, ist vorsichtig ausgedrückt, ein ziemlich dickes Ding." Es sei inakzeptabel, mit den Ängsten der Menschen zu spielen. Die Landesregierung sehe sich in einer Vermittlerrolle und wolle die Beteiligten dazu bringen, eine Übergangslösung zu finden. © dpa-infocom, dpa:260421-930-972816/1