Katholische Kirche: Kardinal Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare in seinem Bistum

Datum21.04.2026 11:39

Quellewww.zeit.de

TLDRKardinal Reinhard Marx erlaubt in München und Freising die Segnung homosexueller Paare, basierend auf einer Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz. Dieses kirchliche Dokument, das auch für andere Gruppen Segnungen vorsieht, wird als Grundlage pastoralen Handelns bezeichnet. Ziel ist die Anerkennung und Begleitung von Menschen, die in Liebe verbunden sind. Diese Praxis steht im Einklang mit Beschlüssen des Vatikans aus dem Jahr 2023, trotz gegenteiliger Äußerungen des jetzigen Papstes Leo XIV. und konservativer Kritik.

InhaltIm vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bischofskonferenz die Segnung homosexueller Paare zugelassen. Der Erzbischof von München und Freising möchte das nun umsetzen. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat in seinem Bistum die Segnung homosexueller Paare erlaubt. Grundlage dafür ist die Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft", die im vergangenen Jahr von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der Katholiken verabschiedet wurde. Diese Handreichung bezeichnet Kardinal Marx in einem aktuellen Schreiben an die Seelsorgerinnen und Seelsorger in seiner Diözese als "Grundlage pastoralen Handelns", wie das Bistum mitteilte. In der Handreichung aus dem vergangenen Jahr werden neben Homosexuellen auch Geschiedene und Wiederverheiratete und Paare aller geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen als Gruppen genannt, die Segnungen erhalten dürften. "Die Kirche bringt Paaren, die in Liebe verbunden sind, Anerkennung entgegen und bietet ihnen Begleitung an", heißt es in dem Papier, das die bereits vorher vielerorts geübte Praxis stärken sollte. Diese Sicht ist unter konservativen Katholiken umstritten, steht aber laut Bischofskonferenz im Einklang mit dem Vatikan und dem damaligen Papst Franziskus. Im Jahr 2023 hatte der Vatikan die Segnung homosexueller Paare erlaubt, dabei aber eine Verwechslung mit dem Sakrament der Ehe ausgeschlossen. Das geschah unter dem damaligen Papst Franziskus. Der nun amtierende Papst Leo XIV. hatte sich im vergangenen September gegen eine Änderung der kirchlichen Sexuallehre und gegen Segensfeiern für Homosexuelle ausgesprochen. Die Deutsche Bischofskonferenz hält trotz dieser Rüge an ihrem Kurs fest.