Irankrieg: Teheran knüpft zweite Verhandlungsrunde an Bedingung

Datum21.04.2026 10:24

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Waffenruhe sind ungewiss. Der Iran knüpft eine Fortsetzung der Gespräche an die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. US-Präsident Trump besteht weiterhin auf der Blockade. Beide Seiten drohen bei Nichteinigung mit Eskalation. Einig sind sie sich nicht über das Ende der aktuellen Waffenruhe. Die EU-Außenminister beraten über Möglichkeiten zur Deeskalation.

InhaltKurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe geben sich USA und Iran unnachgiebig. Während US-Präsident Trump sich einem Deal nah wähnt, erhebt Iran Ansprüche, um überhaupt an einer zweiten Runde teilzunehmen. Eine Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Iran und den USA ist weiter ungewiss. Medienberichten zufolge reist die US-Delegation um US-Vizepräsident JD Vance am Dienstag nach Pakistan. Teheran ließ derweil via Staats-TV erneut verlauten, es sei keine Delegation auf dem Weg nach Islamabad. Sollten die USA und Iran vor Ablauf der Feuerpause keine neue Vereinbarung treffen, könnte der Krieg erneut losbrechen. Trump hatte für den Fall erneut mit zerstörerischen Angriffen gedroht. Zentraler Streitpunkt bleibt die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. US-Präsident Donald Trump teilte auf Truth Social mit, dass er an der Blockade festhalte, bis es eine Vereinbarung gebe. Teheran knüpft die Teilnahme an Gesprächen nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen jedoch an die Aufhebung der Seeblockade. Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, der die iranische Delegation in der vorigen Runde angeführt hatte, teilte auf der Plattform X mit, er akzeptiere keine Verhandlungen unter dem Eindruck von Drohungen. Trump hatte die zweiwöchige Waffenruhe nach Mitternacht (MESZ) am 8. April, einem Mittwoch, verkündet. Vielfach war das Ende der Waffenruhe für diese Woche daher mit der Nacht zu Mittwoch angegeben worden. Nun nannte Trump aber den Mittwochabend Washingtoner Zeit als das Ende der Feuerpause. Trotz der Unklarheiten sieht sich die US-Regierung einem ihrer Meinung nach guten Abkommen mit Iran näher denn je. "Die Vereinigten Staaten standen noch nie so kurz davor wie jetzt gerade, ein wirklich gutes Abkommen zu schließen – ganz im Gegensatz zu dem schrecklichen Abkommen, das Barack Hussein Obama unterzeichnet hat", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dem Sender Fox News. Damit bezog sie sich auf das Atomabkommen von 2015, das US-Präsident Donald Trump später ankündigte. Lesen Sie hier mehr zu den Verhandlungen: Die USA wollen reden. Iran lässt auf sich warten  Am Wochenende hatte der Konflikt um die Straße von Hormus die Spannungen verschärft. Iran verkündete am Freitag die Öffnung der Straße, nahm diese aber am Samstag wieder zurück. Begründet wurde die Kehrtwende mit der bestehenden US-Blockade iranischer Häfen und Schiffe. Am Sonntag griff die US-Marine dann einen iranischen Frachter an und brachte ihn unter ihre Kontrolle. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete nun, eine Teilnahme an dem "von den USA inszenierten Schauspiel" sei an die Erfüllung von Vorbedingungen geknüpft. Dazu gehöre unter anderem die Aufhebung der Seeblockade in der Straße von Hormus. Die verfahrene Lage im Nahen Osten beschäftigt am Dienstag auch die Außenminister der EU-Staaten. Thema bei dem Treffen in Luxemburg soll vor allem sein, wie die Europäische Union zu einer Deeskalation der Spannungen beitragen kann. Aus Deutschland wird Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zu dem Treffen in Luxemburg erwartet. Geleitet werden die Beratungen von EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas.