Formel 1: Fia passt nach Kritik von Piloten das Regelwerk an

Datum21.04.2026 08:41

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie FIA passt das Formel-1-Regelwerk nach Kritik von Fahrern kurzfristig an. Die Änderungen, die aus Fahrerfeedback resultieren, sollen bereits beim nächsten Rennen in Miami greifen. Kernpunkt ist die Reduzierung des Fokus auf das Laden der Batterie im Qualifying, um konstanteres Vollgasfahren zu ermöglichen. Dies soll drastische Geschwindigkeitsunterschiede im Rennen verhindern, die von Fahrern wie Max Verstappen kritisiert wurden. Zudem werden Sicherheitsmaßnahmen bei Starts und im Rennen verschärft, um Auffahrunfälle zu vermeiden.

InhaltTechnikreformen und Unmut der Fahrer prägen die Formel-1-Saison. In der Rennpause wurden nun Regeländerungen beschlossen, sie sollen schon beim kommenden Grand Prix gelten. Inmitten der Debatte über das neue Formel-1-Regelwerk hat die Rennserie kurzfristige Änderungen  auf den Weg gebracht. Die "Verbesserungen" seien auch das Ergebnis von "umfangreichen Beiträgen" der Fahrer, teilte der Automobil-Weltverband Fia mit. Die meisten Anpassungen sollen bereits beim nächsten Grand Prix in Miami Anfang Mai greifen. Unter anderem sollen die Fahrer im Qualifying weniger stark darauf achten müssen, die Batterie für den Elektroanteil des Motors zu laden. Die Änderungen "zielen darauf ab, die übermäßige Energierückgewinnung zu verringern und ein konstanteres Fahren mit Vollgas zu fördern", teilte die Fia mit. Dieses Energiemanagement hatten mehrere Fahrer um Max Verstappen an den ersten Rennwochenenden scharf kritisiert. Im Rennverlauf hatten sich durch den hohen E-Anteil immer wieder drastische Geschwindigkeitsunterschiede offenbart. Auch hier wurde das Energiemanagement angepasst. Zudem sollen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei Starts und während der Rennen Auffahrunfälle verhindern. Zuletzt war es zu gefährlichen Situationen gekommen, weil Fahrer mit voll geladener Batterie und Zusatzschub mit hoher Geschwindigkeit auf Konkurrenten aufliefen, deren Elektromotor gerade weniger Energie zur Verfügung hatte. So war es in Suzuka zu einem Unfall von Haas-Pilot Oliver Bearman gekommen, der mit überhöhter Geschwindigkeit auf den Alpine-Fahrer Franco Colapinto aufholte und sicherheitshalber ins Gras auswich. Seit Saisonbeginn fährt die Formel 1 mit einer neuen Motorenformel, bei der der Elektroanteil stärker ins Gewicht fällt. Fahrer können dadurch nach eigener Darstellung seltener dauerhaft im Vollgasbereich fahren. Verstappen und Weltmeister Lando Norris beklagten, das raube der Rennserie ihren Charakter. Verstappen drohte sogar wegen des Regelwerks offen mit einem Rücktritt aus der Formel 1. "Die Art und Weise, wie man hier fahren muss, ist nicht schön. Das ist wirklich das Gegenteil von Fahrspaß. Und irgendwann ist es einfach nicht mehr das, was ich machen will", sagte der 28-jährige Niederländer nach dem Großen Preis von Japan. In den vergangenen Wochen berieten Vertreter der Teams, der Motorenbauer, des Weltverbands und der Rechteinhaber über Nachjustierungen. Die ungeplant lange Rennpause wegen der Absage der beiden April-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien gab dazu die Gelegenheit. Bevor die Regeländerungen in Kraft treten können, muss noch der Motorsport-Weltrat zustimmen. "Mehr denn je standen die Fahrer im Mittelpunkt dieser Diskussionen, und ich möchte ihnen für ihren wertvollen Beitrag während des gesamten Prozesses danken", sagte Weltverbandschef Mohammed Ben Sulayem. Antriebseinheit, Chassis und Kraftstoff ändern sich grundlegend. Welche Technikneuheiten die Formel 1 in diesem Jahr brachte, lesen Sie hier.