Datum21.04.2026 06:12
Quellewww.zeit.de
TLDRIran verhandelt nicht unter Drohungen und kritisiert den Versuch von US-Präsident Trump, den Verhandlungstisch in einen "Kapitulationstisch" zu verwandeln. Die USA halten an der Seeblockade fest, während der Iran deren Aufhebung zur Bedingung für erneute Verhandlungen macht. EU-Außenminister diskutieren in Luxemburg über Wege zur Deeskalation, da ein Ende der Waffenruhe droht und Ölpreise steigen. Amnesty International wirft den USA systemische Menschenrechtsverletzungen vor.
InhaltTrump versucht laut Iran, den Verhandlungstisch in einen "Kapitulationstisch" zu verwandeln. Die EU-Außenminister disktuieren in Luxemburg über den Irankrieg. Die Nacht Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist eine Fortsetzung der Verhandlungen weiter ungewiss. Beide Parteien zeigten sich zuletzt unnachgiebig. Doch Medienberichten zufolge steht die US-Delegation um US-Vizepräsident JD Vance vor einer Abreise Richtung Pakistan. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gab sich dem Sender Fox News gegenüber zuversichtlich, dass die USA ein "wirklich gutes Abkommen" schließen würden. Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter. Zentraler Streitpunkt bleibt derweil die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. US-Präsident Donald Trump teilte auf Truth Social mit, dass er an der Blockade festhalte, bis es eine Vereinbarung gebe. Der Iran knüpft die Teilnahme an Gesprächen nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen jedoch an die Aufhebung der Seeblockade. Der iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf schreibt auf X, der Iran akzeptiere keine Verhandlungen mit den USA unter Drohungen. US-Präsident Donald Trump versuche, den Verhandlungstisch in einen "Kapitulationstisch" zu verwandeln, fügte er hinzu. Sollten die USA und der Iran vor Mittwochabend Washingtoner Zeit keine neue Vereinbarung treffen, könnte der Krieg erneut losbrechen. Trump hatte für den Fall erneut mit zerstörerischen Angriffen gedroht. Wegen der verfahrenen Lage insbesondere in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus waren die Ölpreise zuletzt wieder deutlich gestiegen. Auch in den USA ist Tanken so teuer wie seit Jahren nicht. Trump hatte die zweiwöchige Waffenruhe nach Mitternacht (MESZ) am 8. April, einem Mittwoch, verkündet. Vielfach war das Ende der Waffenruhe für diese Woche daher mit der Nacht zu Mittwoch angegeben worden. Nun nannte Trump aber den Mittwochabend Washingtoner Zeit als das Ende der Feuerpause. Weil der Iran den USA zeitlich siebeneinhalb Stunden voraus ist, würde das Ende der Waffenruhe dort in die Morgenstunden am Donnerstag fallen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der US-Regierung einen "systematischen Angriff" auf die Menschenrechte vor. Die Generalsekretärin in Deutschland, Julia Duchrow, sprach von einem "Flächenbrand", der durch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump entfacht worden sei. Duchrow nannte neben dem Krieg im Iran den Angriff auf Venezuela, die Annexionsdrohungen gegen Grönland und das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE als Beispiele. Die verfahrene Lage im Nahen Osten beschäftigt am Dienstag auch die Außenminister der EU-Staaten. Thema bei dem Treffen in Luxemburg soll vor allem sein, wie die Europäische Union zu einer Deeskalation der Spannungen beitragen kann. Aus Deutschland wird Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zu dem Treffen in Luxemburg erwartet. Geleitet werden die Beratungen von EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas. Verfolgen Sie die aktuellen Geschehnisse im Irankrieg in unserem Liveblog.