Datum21.04.2026 04:44
Quellewww.zeit.de
TLDRJapan lockert seine strengen Waffenexportregeln, um die Sicherheitspartnerschaft mit anderen Ländern zu stärken und seine Rüstungsindustrie zu fördern. Diese Entscheidung signalisiert eine Abkehr vom pazifistischen Kurs nach dem Zweiten Weltkrieg. Zukünftig sind Exporte von Rüstungsgütern, einschließlich tödlicher Waffen, in Länder mit bestehenden Verteidigungsabkommen möglich. Ausnahmen für Exporte in Konfliktregionen sind denkbar. Die Lockerung wird auch als Reaktion auf die militärische Aufrüstung von Nordkorea und China sowie als Strategie zur Stärkung der Sicherheit angesichts einer als unzuverlässig wahrgenommenen USA gesehen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Konflikte“. Lesen Sie jetzt „Japan lockert Regeln für Waffenexporte“. Die japanische Regierung hat ihre historischen Beschränkungen für Waffenexporte ins Ausland weitgehend aufgehoben. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, zielen die vom Kabinett und dem Nationalen Sicherheitsrat gebilligten Änderungen darauf ab, Japans "sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Partnerländern auszubauen". Damit wendet sich das Land immer stärker von seinem nach dem Zweiten Weltkrieg eingeschlagenen pazifistischen Kurs ab. Künftig ist es dem Land demnach erlaubt, auch als "tödliche Waffen" eingestufte Rüstungsgüter in Länder zu verkaufen, mit denen Japan bestimmte Verteidigungsabkommen unterhält. In Ausnahmefällen sollen laut Kyodo auch Exporte in Konfliktregionen möglich sein. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi gilt als Vertreterin einer harten Sicherheitspolitik. Die Exportlockerungen werden unter anderem als Versuch gewertet, die heimische Rüstungsindustrie auszubauen. Japanische Firmen waren bislang weitgehend darauf beschränkt, für die landeseigenen Streitkräfte zu produzieren. Insbesondere die militärisch rasant aufrüstenden Nachbarstaaten Nordkorea und China werden in Japan zunehmend als Bedrohung wahrgenommen. Tokios nationale Sicherheit hängt stark vom traditionellen Verbündeten USA ab. Doch seit der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump werden die Vereinigten Staaten als zunehmend unzuverlässiger Partner wahrgenommen. Trump hatte wiederholt US-Sicherheitsgarantien gegenüber seinen Alliierten infrage gestellt. © dpa-infocom, dpa:260421-930-971459/1