Datum21.04.2026 04:30
Quellewww.zeit.de
TLDREin Erpresser vergiftete Babynahrung von Hipp mit Rattengift und verlangt Geld. Die Polizei sucht dringend nach dem Täter. Fünf manipulierte Gläser wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei entdeckt. In Deutschland wurden keine kontaminierten Gläser gefunden. Manipulierte Gläser sind an beschädigten Deckeln oder fehlenden Plopp-Geräuschen erkennbar. Babys sollen bei Auffälligkeiten keinesfalls die Nahrung verzehren, sondern die Polizei informieren.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität“. Lesen Sie jetzt „Rattengift in Babynahrung – Polizei sucht Erpresser“. Eltern sind in Sorge und die Polizei sucht unter Hochdruck nach dem mutmaßlichen Erpresser des Babykostherstellers Hipp: Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt nach dem Fund von Rattengift in Babynahrung gegen Unbekannt, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte. Bei der Kripo sei eine Ermittlungsgruppe namens "Glas" eingerichtet worden. "Hipp ist Opfer einer Erpressung", teilte das Unternehmen selbst im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm mit. "Der Erpresser hat uns eine Nachricht an ein unpersonalisiertes Sammelpostfach geschickt, welches im Rahmen unserer Standardprozesse in größeren zeitlichen Abständen gesichtet wird." Den Inhalt der Erpresser-E-Mail und was konkret gefordert wurde, teilten weder Hersteller noch Polizei mit. "Wir stehen in engem Austausch mit dem Konzern - und auch mit den benachbarten betroffenen Ländern", sagte eine Polizeisprecherin lediglich. Am Wochenende war ein mit Rattengift verseuchtes Glas "Karotten mit Kartoffeln" 190 Gramm der Firma Hipp im Bundesland Burgenland in Österreich sichergestellt worden. Zumindest zwei solch manipulierter Gläser sollen in dieser Region in Umlauf gebracht worden sein - eines wird nun noch gesucht. Das Unternehmen teilte weiter auf seiner Homepage mit: "Unmittelbar nach Kenntnisnahme haben wir sofort die zuständige Polizei und Behörden informiert und einen internen Krisenstab eingerichtet." In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden laut Polizei insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser entdeckt. Laboruntersuchungen ergaben, dass diese Rattengift enthielten. In Deutschland wurden keine mit Gift verunreinigten Gläser gefunden. Die Polizei in Österreich suchte auf Hochtouren nach dem weiteren möglicherweise vergifteten Glas. "Wir setzen alle Hebel in Bewegung und haben nun auch Kontakt zu Kindergärten und Pflegeeinrichtungen aufgenommen", sagte eine Sprecherin der Polizei im Bundesland Burgenland. Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt nach eigenen Aussagen wegen "vorsätzlicher Gemeingefährdung". Nachdem laut einem vorläufigen toxikologischen Gutachten Rattengift in einem sichergestellten Glas festgestellt wurde, folgt nun eine genauere Untersuchung. Dabei werde es um die Dosis gehen - und wie gefährlich das Rattengift beim Verzehr gewesen wäre, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Burgenland. Laut Polizei können manipulierte Gläser an einem beschädigten Deckel oder am Fehlen des Plopp-Lautes beim Öffnen erkennbar sein. Zudem sollen sie einen weißen Aufkleber mit rotem Ring am Glasboden haben. Bei Auffälligkeiten an den Babykost-Gläschen sollte der Inhalt nicht verzehrt und umgehend die Polizei verständigt werden, mahnten die Beamten. © dpa-infocom, dpa:260421-930-971439/1