Datum21.04.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRSachsens Winzer verzeichneten 2025 eine stabile Weinernte mit guten Mengen und Qualitäten, trotz eines bundesweiten Rückgangs. Die Ernte lag bei 29.500 Hektoliter und erreichte wieder das Niveau von 2023, was zur Erholung von Frostschäden beitrug. Frosthilfen waren zwar nicht kompensierend, aber Frostversicherungen und der Verkauf alter Jahrgänge waren entscheidend. Neue Anpflanzungen zeigen Verzögerungen, während Ertragsanlagen stabil blieben. Der Ausblick für 2026 ist gemischt, Sorge bereiten Trockenheit und Spätfrost, doch der langsamere Austrieb der Reben birgt Hoffnung.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Weinbau“. Lesen Sie jetzt „Sachsens Winzer trotzen Bundestrend – Ernte wieder stabil“. Bundesweit wurde im vergangenen Jahr weniger Wein erzeugt - die Winzer in Sachsen stemmten sich gegen diesen Trend. "Das war ein Jahrgang mit sehr guten Mengen und guten bis sehr guten Qualitäten", sagte Felix Hößelbarth, Vorsitzender des Weinbauverbandes Sachsen. Für die sächsischen Winzer sei 2025 sehr zufriedenstellend gewesen. Insgesamt lieferten die Weinberge im Freistaat laut Verband 29.500 Hektoliter. Das waren 20.500 Hektoliter mehr als 2024. Damals hatten Frostschäden die Ernte einbrechen lassen. Im vergangenen Jahr erreichten die Winzer wieder das Niveau von 2023. Bundesweit ging die Erzeugung hingegen laut Angaben des Statistischen Bundesamtes um 2,6 Prozent auf 7,55 Millionen Hektoliter Wein und Most zurück. "Es ist gelungen, dass alle Betriebe diese eine Missernte überstanden haben", sagte Hößelbarth. Dem Verband sind demnach keine Betriebsaufgaben bekannt. Die Frosthilfen, mit denen der Freistaat und der Bund die Weinbauern nach dem Spätfrost unterstützten, seien aber nicht mehr als ein positives Signal gewesen. "Das hat natürlich in keinster Weise gereicht, um diesen Ausfall zu kompensieren", so der Verbandsvorsitzende. Wichtig sei die Kombination mit Frostversicherungen und der Verkauf der Vorjahrgänge gewesen. Die Rebstöcke haben größtenteils keine langfristigen Schäden davongetragen. Besonders die Ertragsanlagen, also die etwas älteren Weinberge, sorgten 2025 wieder für eine konstante Ernte, wie Hößelbarth erläuterte. Bei neu angepflanzten Weinbergen habe es hingegen eine ein- bis zweijährige Verzögerung im Wachstum gegeben. Der Ausblick für dieses Jahr ist aus Hößelbarths Sicht bisher gemischt. "Es ist wieder schon sehr trocken gewesen zum Anfang des Jahres", sagte er. Im Januar und Februar seien die Winterniederschläge und Schneefälle gut gewesen, dann fiel jedoch wenig Regen. Der Niederschlag der vergangenen Tage sei daher "bitter nötig" gewesen. Sorgen bereiten auch möglicher Spätfrost in den kommenden Nächten. "Durch die Erfahrung in 2024 ist man schon nicht ganz tiefenentspannt", sagte Hößelbarth. Allerdings sei die Natur in diesem Jahr wieder in einem normaleren Rhythmus. Anders als vor zwei Jahren, als die Reben wegen eines besonders warmen März zwei bis drei Wochen zu früh ausgetrieben hatten, ist das Wachstum aktuell wieder langsamer. "Wenn es jetzt noch eine Frostnacht geben würde, würden wir das wahrscheinlich mit einem blauen Auge überstehen, da ein Großteil der Reben noch nicht ausgetrieben hat." Von den 13 deutschen Weinregionen ist das Weinanbaugebiet Sachsen mit 531 Hektar Rebfläche eines der kleinsten. Die Weinregion erstreckt sich an der Elbe von Pirna über Dresden, Radebeul und Meißen bis Diesbar-Seußlitz nordwestlich von Meißen. Angebaut wird hauptsächlich Weißwein. Nur knapp 20 Prozent der Fläche sind Rotweinen vorbehalten. Die Hauptrebsorten sind Müller-Thurgau, Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Traminer, Spätburgunder und Dornfelder. Nach Angaben des Verbandes gibt es in Sachsen 38 Winzer im Haupt- und 42 im Nebenerwerb. © dpa-infocom, dpa:260421-930-971386/1