Datum21.04.2026 02:17
Quellewww.zeit.de
TLDRDer neue Chef des Reservistenverbandes fordert die Anhebung der Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. Er argumentiert, dass ältere Menschen länger fit bleiben und wertvolle Erfahrungen mitbringen, die nicht ungenutzt bleiben sollten. Zudem plädiert er für die Abschaffung des Einspruchsrechts von Arbeitgebern bei Wehrübungen von Reservisten. Die Bundeswehr plant bis 2035 ein signifikantes Wachstum, die genaue Anzahl aktueller Reservisten ist jedoch unklar.
InhaltNicht mehr 65-Jährige, sondern auch 70-Jährige sollen im Notfall für den Wehrdienst eingezogen werden können. Das fordert der neue Chef des Reservistenverbandes. Der neue Präsident des Reservistenverbandes, Bastian Ernst, fordert eine deutliche Anhebung der Altersgrenze für Reservisten, um die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken. "Wir sollten die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er verwies darauf, dass das Renteneintrittsalter auch steige. "Die Leute bleiben länger fit. Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden", so Ernst. "Und wenn wir auf Seite der Jungen ein Nachwuchsproblem beklagen, dann sollten wir an der anderen Seite der Alterspyramide ebenfalls nachbessern." Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will am Mittwoch die deutsche Militärstrategie sowie das neue Fähigkeitsprofil der Bundeswehr vorstellen. Die erste Militärstrategie beschreibt, wie Deutschland Bedrohungen begegnen wird. Reservisten der Bundeswehr sind bislang nicht verpflichtet, an Wehrübungen teilzunehmen. Sie müssen ebenso wie ihre Arbeitgeber ihre Zustimmung zu einer Wehrübung geben. An diesem Freiwilligkeitsprinzip gibt es schon länger Kritik. Ernst plädiert dafür, das Prinzip der Freiwilligkeit auf Seiten der Arbeitgeber aufheben. "Sie sollten kein Einspruchsrecht haben, wenn Reservisten zu Übungen eingezogen werden sollen. Die Reservisten selbst sollten wir aber nicht zwingen", sagte er. Die Bundeswehr soll bis 2035 auf mindestens 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie 200.000 Reservisten anwachsen. Diese Reserve soll wesentlich aus den Männern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten, für den seit Jahresbeginn die gesetzlichen Grundlagen da sind. Wie viele Reservisten es aktuell gibt, ist laut Ernst derzeit unklar. Bekannt sei, dass acht bis neun Millionen Menschen bei der Bundeswehr gedient hätten und rund 60.000 Reservisten beordert, also von der Bundeswehr fest eingeplant und damit schnell verfügbar seien. Der Reservistenverband habe etwa 110.000 Mitglieder. "Aufgabe der neuen Wehrerfassung wird es jetzt sein, die Zahl genau zu erfassen."