Iran-Krieg: Unsicherheit vor neuer Gesprächsrunde in Pakistan

Datum20.04.2026 21:46

Quellewww.spiegel.de

TLDRVor Ablauf der Waffenruhe im Irankrieg drohen die USA mit militärischer Eskalation, falls keine Einigung in geplanten Gesprächen in Pakistan erzielt wird. Iran hat seine Teilnahme offengelassen, während die USA auf weiteren Verhandlungsdruck setzen. Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen die Waffenruhe vor, und die Blockade der Straße von Hormus verschärft die Spannungen. Internationale Akteure appellieren zur Zurückhaltung, während ein iranisches Schiff von der US-Marine beschlagnahmt wurde. Die Ölpreise steigen angesichts der Unsicherheit.

InhaltKurz vor Ablauf der Waffenruhe im Irankrieg wächst die Spannung: Die USA drängen auf neue Gespräche in Pakistan, doch die Teilnahme Teherans ist unklar. Donald Trump droht erneut mit einer militärischen Eskalation. Die zweiwöchige Waffenruhe im Irankrieg läuft bald ab, jedoch ist es unklar, ob die diplomatischen Bemühungen fortgesetzt werden. Während die USA offenbar eine neue Verhandlungsrunde vorbereiten, hat Iran seine Teilnahme bislang offengelassen. Zugleich verschärft US-Präsident Donald Trump den Ton – und stellt eine Verlängerung der Feuerpause infrage. Nach Angaben aus Teheran gebe es noch keine Entscheidung über eine Beteiligung an Gesprächen in Pakistan, sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums. Aus Washington hingegen heißt es, eine Delegation sei bereits auf dem Weg nach Islamabad. Der Zeitdruck wächst, denn die Waffenruhe läuft nach Angaben von Trump am Mittwochabend aus. Eine Verlängerung sei "höchst unwahrscheinlich". Sollte bis dahin kein Abkommen erzielt werden, drohte der Präsident unverhohlen mit militärischer Eskalation. Seine zentrale Forderung an Teheran bekräftigte er erneut: einen vollständigen Verzicht auf Atomwaffen. Unterdessen werfen sich beide Seiten Verstöße gegen die Feuerpause vor. Teheran kritisiert dabei unter anderem Angriffe auf ein iranisches Schiff sowie die anhaltende Blockade seiner Häfen. Zudem verweist die iranische Führung auf die angespannte Lage im Libanon, wo es trotz Waffenruhe zu weiteren Gefechten mit Israel kommt. Washington wiederum beschuldigt Iran, Angriffe auf internationale Schiffe durchgeführt und die strategisch wichtige Straße von Hormus erneut blockiert zu haben. Die Meerenge ist eine zentrale Route für den globalen Ölhandel – ihre Schließung sorgt international für Nervosität. Zusätzliche Brisanz erhielt die Lage durch einen Zwischenfall mit einem iranischen Frachter, den die US-Marine unter ihre Kontrolle gebracht haben soll. Teheran reagierte mit Drohungen und sprach von einem "Angriff". Laut Berichten wurden in der Folge Drohnen in Richtung US-Kriegsschiffe entsandt. Die Gespräche, die unter Vermittlung Pakistans sowie weiterer regionaler Akteure wie Katar und der Türkei stattfinden sollen, hatten bereits in einer ersten Runde keine Ergebnisse gebracht. Dennoch kündigte Trump an, Iran erneut ein "vernünftiges Angebot" unterbreiten zu wollen – verbunden mit der Warnung vor massiven Angriffen im Falle eines Scheiterns. Internationale Stimmen mahnen zur Zurückhaltung. Emmanuel Macron sprach von Fehlern "auf beiden Seiten" und verwies auf die Eskalationsspirale rund um die Straße von Hormus. Auch Russland drängt auf eine Fortsetzung der Verhandlungen. Außenminister Sergej Lawrow rief nach einem Gespräch mit seinem iranischen Kollegen zur Wahrung der Waffenruhe auf. Die wachsende Unsicherheit hat bereits wirtschaftliche Folgen: Die Ölpreise zogen zuletzt deutlich an. Gleichzeitig kehrt in Iran langsam ein Stück Normalität zurück: In Teheran wurde der Flugverkehr wieder aufgenommen und erste Flughäfen sind erneut geöffnet. Dies ist ein vorsichtiges Signal der Entspannung inmitten einer weiterhin hochgefährlichen Lage.