Rückkehrdebatte: Kammer betont Bedeutung syrischer Apotheker für Thüringen

Datum20.04.2026 18:07

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Thüringer Apothekerkammer warnt vor negativen Folgen einer Rückkehr syrischer Geflüchteter für die Arzneimittelversorgung. 57 in Thüringen tätige Apotheker sind in Syrien geboren und tragen zur Sicherung der Versorgung bei, besonders im ländlichen Raum. Eine Rückkehr würde spürbare Lücken reißen, da bereits jetzt Apotheken schließen müssen. Ähnliche Bedenken gab es bereits bezüglich syrischer Ärzte. Dies steht im Kontext von Äußerungen über die Rückkehr von Syrern nach Deutschland.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Rückkehrdebatte“. Lesen Sie jetzt „Kammer betont Bedeutung syrischer Apotheker für Thüringen“. Die Landesapothekerkammer befürchtet negative Folgen der Debatten über die Rückkehr syrischer Geflüchteter in ihr Heimatland für die Arzneimittelversorgung in Thüringen. "Wenn sich Kolleginnen und Kollegen für eine Rückkehr entscheiden, verdient das großen Respekt", teilte Kammergeschäftsführer Danny Neidel mit. "Gleichzeitig müssen wir uns bewusst machen, dass jede einzelne Rückkehr für unser Versorgungssystem eine spürbare menschliche und fachliche Lücke bedeutet." Bereits jetzt stehe die Versorgungsstruktur im ländlichen Raum unter Druck. Seit 2010 hätten 27 Orte ihre Apotheke verloren, häufig wegen fehlender Nachfolger. Andererseits hätten Pharmazeuten mit internationalem Hintergrund durch die Übernahme von Apotheken zur Stabilisierung der Versorgung beigetragen.  Neidel zufolge sind 57 derzeit in Thüringen lebende Apotheker in Syrien geboren, das entspreche rund drei Prozent der hiesigen Pharmazeuten. Bei zahlreichen bereits in Apotheken tätigen Pharmazeuten und pharmazeutisch-technischem Personal laufe das berufliche Anerkennungsverfahren.  Bereits die Landesärztekammer hatte die Rückkehrdebatte mit Blick auf die vielen in Thüringen tätigen syrischen Ärzte kritisiert. In Thüringen arbeiteten zum Jahreswechsel 372 syrische Mediziner. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor wenigen Wochen nach einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa als Zielmarke genannt, dass in den nächsten drei Jahren 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in Deutschland in ihr Heimatland zurückkehren sollten. Im Anschluss gab es jedoch widersprüchliche Angaben dazu, ob Merz oder al-Scharaa diese Zahl im Gespräch als Ziel genannt hatten. © dpa-infocom, dpa:260420-930-970650/1