Datum20.04.2026 18:04
Quellewww.spiegel.de
TLDREin chinesischer Roboter absolvierte einen Halbmarathon in Peking in Rekordzeit, deutlich schneller als menschliche Läufer. Diese übermenschliche Leistung wirft Fragen nach der Zukunft des Sports und der zunehmenden Digitalisierung auf. Während Roboter bisher getrennt von Menschen liefen, deuten technologische Fortschritte darauf hin, dass Maschinen bald im Wettkampf gegen menschliche Athleten antreten könnten, was neue Debatten über Fairness und die Definition von "Sportlichkeit" auslösen wird.
InhaltIn Peking haben Roboter einen Halbmarathon schneller absolviert als die Menschen. Keine Fehler, keine Schwächen mehr. Das könnte eine neue Debatte eröffnen. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Jetzt ist es also so weit. Am Wochenende hat bei einem Halbmarathon in Peking ein Roboter die 21 Kilometer deutlich schneller zurückgelegt als die menschliche Konkurrenz. Die Siegermaschine, ein chinesischer Roboter, benötigte für die Strecke 50 Minuten und 26 Sekunden. Das ist schneller als der offizielle Weltrekord des ugandischen Laufstars Jacob Kiplimo. In der Kolumne "Haltungsnote" würdigen oder kritisieren wir jede Woche besondere Auftritte in der Sportwelt. Noch im Vorjahr hatte ein Roboter zweieinhalb Stunden für die gleiche Distanz gebraucht. Das sind Leistungssteigerungen, die bei Menschen nur mit der Einnahme illegaler Dopingmittel zu erklären wären. Noch vor 20 Jahren hat sich die Leichtathletikwelt den Kopf darüber heißgeredet, ob ein Sprinter mit einer Beinprothese gegen die zweibeinige Konkurrenz antreten darf. Möglicherweise kommen künftig ganz andere Debatten auf uns zu. In Peking wird jetzt das Einfallstor dafür geöffnet, Maschinen gegeneinander auf die Laufstrecke zu schicken. Der Läufer Emil Zátopek wurde einst die Lokomotive von Prag genannt. Aber damals dachte man noch analog. Die Lokomotive war ein Mensch. Ist das also die Zukunft? In Peking traten Roboter und Menschen noch auf getrennten Laufstrecken parallel gegeneinander an. Man wollte damit Kollisionen zwischen Läufer und Maschine vermeiden. Zu Stürzen kam es dennoch: So kam ein Roboter kurz vor dem Ziel zu Fall. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, dass man Stürze ausschließen kann. Sportler, die ihre Disziplin perfekt ausüben, werden ehrfurchtsvoll als Maschinen bezeichnet. Auch hier wird man umdenken. Der Sport wird durchdigitalisiert, Menschen durch Technik ersetzt. Fehler gibt es nicht mehr. Dann schaut man Woche für Woche auf den Videobeweis im Fußball und ist ganz plötzlich wieder sehr beruhigt.