Obstbau: Thüringer Obstbauern fürchten Spätfrost

Datum20.04.2026 15:08

Quellewww.zeit.de

TLDRThüringer Obstbauern fürchten Spätfrost, der die Blüten und damit die Ernte gefährden könnte. Große Plantagen sind kaum vor Frost schützbar, da Schutzfeuer zu teuer und Frostschutzberegnung ressourcenintensiv sind. Der Deutsche Wetterdienst erwartet Temperaturunterschiede mit Boden- und Luftfrost bis minus 3 Grad Celsius. Die Apfelblüte in Gierstädt beginnt, Kirsch- und Pflaumenblüte sind fast vorbei. Weinbauern sehen aktuell noch keine Gefahr, sind aber ab der nächsten Woche besorgt. Vor zwei Jahren vernichtete eine Frostnacht fast die gesamte Ernte.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Obstbau“. Lesen Sie jetzt „Thüringer Obstbauern fürchten Spätfrost“. Thüringens Obstbauern schauen derzeit öfter auf die Wetterapps. Kommt Spätfrost oder nicht – und ist die Blüte und damit die Ernte gefährdet? Denn vor allem in größeren Plantagen ist ein Schutz der Obstbäume vor Frost kaum möglich, sagt Michael Bley, Vorstand der Fahner Obst in Gierstädt. Wärmende Schutzfeuer zu entfachen, sei auf großen Flächen viel zu kostenintensiv. "Das ist nur etwas für Kleinflächen, wir bewirtschaften aber rund 900 Hektar."  Frostschutzberegnung auf großen Flächen wiederum setze viel kostbares Wasser voraus, die Wasserressourcen seien jedoch begrenzt. Bei dieser Frostschutzmethode werden die Blüten in Frostnächten kontinuierlich mit Wasser besprüht, bis sich ein schützender Eispanzer um sie gelegt hat. In den kommenden Tagen werden nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes in Deutschland große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erwartet – mit Bodenfrost, teils auch mit Luftfrost. In der Nacht zum Mittwoch könne es insbesondere in Tälern, in denen sich kalte Luft sammele, zu Luftfrost von bis zu minus 3 Grad Celsius kommen, sagte DWD-Meteorologe Sebastian Balders. Bodenfrost sei landesweit ein Thema. Auch in der Nacht zum Donnerstag sei Frost noch ein Thema. Bley zufolge können Blüten kurze nächtliche Phasen mit bis zu zwei Grad minus verkraften. Auf den Gierstädter Plantagen beginnt derzeit die Apfelblüte, die Kirsch- und Pflaumenblüte sei schon "so gut wie durch". Die Fahner Höhe im Thüringer Becken gilt als Thüringens größter Obstgarten. Noch keinen Grund zur Sorge wegen möglicher Spätfröste gibt es im Thüringer Weinbau. "In dieser Woche ist das noch unproblematisch", schätzte Andreas Clauß, Chef des Thüringer Weingutes Bad Sulza. Noch blühe nichts. Die spannende Frage sei, wie sich das Wetter ab der kommenden Woche entwickle. Vor zwei Jahren hatte eine einzige Frostnacht Ende April verheerende Schäden im Thüringer Obst- und Weinbau angerichtet, ein Großteil der Ernte wurde vernichtet. Das vergangene Jahr brachte dann eine regelrechte Obstschwemme. © dpa-infocom, dpa:260420-930-969659/1