Datum20.04.2026 14:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRCDU-Politiker Philipp Amthor sieht sich als Feminist und betont die Bedeutung von Gleichberechtigung. Er teilt Einblicke in seine Beziehung mit der Wissenschaftlerin Carlotta Voß, die von intensiven politischen Diskussionen geprägt ist. Zudem räumt Amthor Fehler in seiner Lobby-Affäre von 2018 ein und bezeichnet sein damaliges Handeln als moralisch falsch. Er habe daraus gelernt und würde ähnliche Nebentätigkeiten heute ablehnen.
InhaltJeder Mann sollte Feminist sein, erklärt der CDU-Politiker Philipp Amthor in einer TV-Dokumentation – und gibt Einblicke in die Beziehung mit seiner Partnerin Carlotta Voß. Der CDU-Politiker Philipp Amthor bezeichnet sich als Feminist. "Das bin ich auch. Das sollte jeder Mann auch sein", sagte Amthor, 33, in der ARD-Sendung "Konfrontation. Markus Feldenkirchen trifft Philipp Amthor". Es komme natürlich immer drauf an, wie man den Begriff Feminist definiere. "Aber wenn man sich dafür einsetzt, dass es eine gleichberechtigte Gesellschaft gibt, dann ist das etwas, das für Konservative als Wert genauso wichtig ist." In der Sendung äußerte sich Amthor, der seit einem Jahr Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung ist, auch über seine Beziehung mit der Wissenschaftlerin Carlotta Voß, die als Politische Referentin und Publizistin in Berlin arbeitet. Die beiden sind seit zwei Jahren ein Paar. Wichtig für ihre Partnerschaft sei vor allem das gemeinsame Diskutieren, so Amthor: "Nicht nur über politisches Geschehen, auch über Theorie, über Geschichte, über politische Philosophie, das ist schon gut, da kann ich auch was lernen." "Ein Großteil unserer Zeit fällt auf die politische Diskussion", sagte Voß. Dabei würden sie sich auch regelmäßig streiten, "eigentlich jedes Wochenende, aber im positiven Sinne einer politischen Diskussion". Man könne sehr gut mit Amthor streiten, so Voß, "weil er wirklich die Ruhe behält, sich tatsächlich in das andere Argument einzudenken". Nach öffentlichen Auftritten berate sie ihn gern – "nicht manchmal, immer". Amthor sagte über seine Partnerin: "Ich finde vor allem das Tolle, dass ich mit ihr eine unglaublich intelligente, schlaue Gesprächspartnerin habe, die wirklich auch meine Interessen fördert. Ich lerne immer was dazu und freue mich auf jedes Frühstück, auf jedes Mal, wenn ich dann rechtzeitig abends zu Hause bin, irgendwie den Tag auszuwerten." Seine Partnerin finde zum Beispiel, dass er eine größere Sensibilität für Ungerechtigkeiten haben könne. "Und das ist ja jetzt erstmal keine falsche, sondern eine oft nachvollziehbare Kritik." In der Sendung äußerte sich Amthor auch klarer als je zuvor zu seiner Lobby-Affäre aus dem Jahr 2018, die der SPIEGEL aufgedeckt hatte. Amthor hatte als Bundestagsabgeordneter in einem Brief an den damaligen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier für das Start-Up-Unternehmen Augustus Intelligence geworben. Später erhielt er einen Direktorenposten und Aktionoptionen des Unternehmens. "Maßstab für einen Politiker ist nicht nur die Frage, was juristisch richtig ist", sagte Amthornun. "Sondern der Maßstab ist auch, was einer moralischen Bewertung standhält. Dort habe ich den völlig falschen Kompass gehabt." Er bezeichnet sein Engagement für die Firma als "großen Fehler" und räumte ein: "Das hätte ich rückblickend nicht machen sollen. Ich hätte den Brief nicht schreiben sollen, ich hätte auch die Nebentätigkeit nicht übernehmen sollen." Aus dem Skandal habe er seine Lehren gezogen, sagt der Politiker in der ARD-Sendung. Unter anderem habe er gelernt, "dass man eine größere Distanz auch wählen muss zu Nebentätigkeiten. Ich würde derartige Nebentätigkeiten nicht mehr übernehmen." "Konfrontation: Markus Feldenkirchen trifft Philipp Amthor" ist heute Abend um 22.50 Uhr im Ersten zu sehen – und schon ab 17 Uhr in der ARD-Mediathek.