Massenschlägerei vor Bayern-Spiel gegen Stuttgart – Polizei nimmt 500 Randalierer in Gewahrsam

Datum20.04.2026 14:30

Quellewww.spiegel.de

TLDREine Massenschlägerei mit rund 1000 Beteiligten überschattete die vorzeitige Meisterschaft des FC Bayern. Die Polizei vermutet eine geplante Eskalation auf einem Parkplatz nahe dem Stadion, bei der sich Stuttgarter und Bayern-Fans gegenüberstanden. Über 500 Stuttgarter Fans wurden in Gewahrsam genommen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein, acht Beamte wurden verletzt. Die Ermittlungen wegen Landfriedensbruch laufen.

InhaltAuf dem Platz feierte der FC Bayern seine 35. Meisterschaft. Doch der Sieg gegen den VfB Stuttgart wurde von einer Massenschlägerei vor der Partei überschattet. Die Polizei vermutet ein geplantes Treffen. An der Massenschlägerei vor dem Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart (4:2) waren nach Polizeiangaben rund 1000 Menschen beteiligt. Die Randalierer trafen sich am Sonntagnachmittag offenbar bewusst zu der Auseinandersetzung auf einem Parkplatz in Stadionnähe, wie Polizeisprecher Christian Drexler am Tag danach sagte. "Es hatte für uns den Anschein, als ob die Aktion geplant war. Es hat nicht spontan ausgeschaut." Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Acht Beamte wurden bei der Aktion verletzt, großteils wegen des Pfeffersprays. Mehr als 500 Fans aus Stuttgart kamen in Gewahrsam. Wie viele von den Anhängern verletzt wurden, war zunächst unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt. Ein Vorfall in derartiger Größenordnung sei für München außergewöhnlich, hieß es. Obwohl sich Fans von Bayern und Stuttgart traditionell eher feindselig gegenüberstehen, war die Partie nicht als Risikospiel deklariert gewesen. Drexler schilderte, dass zunächst rund 500 Stuttgart-Ultras auf dem Weg von der U-Bahn-Station Fröttmaning zum Stadion plötzlich in eine unerwartete Richtung losrannten. Bei einem Park&Ride-Parkplatz trafen die zum Teil vermummten Personen dann auf etwa ebenso viele Anhänger des FC Bayern. Es kam dann zu den Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppen. Die Polizei trennte die Gruppen und kesselte die Stuttgarter ein. Etwa 350 von ihnen wurden mit angeforderten Sonderbussen in das Polizeipräsidium in die Innenstadt gefahren, der Rest vor Ort festgesetzt. Bis zum Abend wurden alle Personen entlassen. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Polizeibeamte sowie tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt. Einem Polizisten sei ins Gesicht geschlagen worden. Dass die Schlägerei abgesprochen war, sei deswegen anzunehmen, weil bei den Stuttgartern unter anderem mehr als 50 Zahnschutze, etliche Handschuhe und mehr als 100 Schlauchschals zur Vermummung sichergestellt wurden. In Gewahrsam genommen wurden nur Stuttgarter Fans. Das habe daran gelegen, dass die Anzahl der Polizisten vor Ort nicht gereicht habe, um beide Gruppen festzusetzen. Die Polizei war für das ganze Spiel in der Allianz-Arena mit mehr als 300 Beamten im Einsatz. Der FC Bayern sicherte sich vorzeitig seine 35. deutsche Fußball-Meisterschaft .