Tiere: Nachtigallen singen wieder um die Wette

Datum20.04.2026 14:09

Quellewww.zeit.de

TLDRNachtigallen kehren nach Deutschland zurück und locken Weibchen mit komplexem Gesang an. Männchen singen, um Reviere zu markieren und Weibchen zu beeindrucken, was zu "Wettsingen" führt. Die Vögel sind eher unscheinbar, können aber Hunderte von Strophen singen. Sie leben bevorzugt in gebuschreichen Waldrändern und Auwäldern. Berlin gilt als Nachtigallen-Hauptstadt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tiere“. Lesen Sie jetzt „Nachtigallen singen wieder um die Wette“. Immer mehr Nachtigallen kehren aus ihren Winterquartieren nach Deutschland zurück und geben ihre Gesangskünste zum Besten. "Zuerst kommen die Männchen an und suchen sich ein Revier. Sie sind sehr ortstreu, oft singt ein Männchen Jahr für Jahr an der gleichen Stelle", sagte Vogelexperte Martin Rümmler vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu).  "Der Gesang zeigt Rivalen, dass ein Revier bereits besetzt ist, vor allem aber soll er Weibchen anlocken. Die Nachtigallin nimmt aber nicht den Erstbesten, sie hört sich mehrere Männchen an, weshalb es zu regelrechtem Wettsingen kommen kann. Dabei kontern die Männchen auch den Gesang des Mitbewerbers, greifen dessen Tonhöhe und Strophen auf und versuchen ihn zu übertrumpfen." Optisch gesehen sind die kleinen Vögel mit ihrem hellbraunen Gefieder sehr unscheinbar.  Den Angaben des Nabu zufolge beherrscht das durchschnittliche Nachtigall-Männchen 180 Strophen. Manche singen zehn Stunden am Stück. "Geträllert, gepfiffen und geschluchzt wird vor allem ab elf Uhr abends bis zum frühen Morgen, oft aber auch tagsüber", so der Nabu. Habe sich ein Paar gefunden, stelle das Männchen den Gesang weitgehend ein. "Nachtigallen, die Mitte Mai noch singen, sind in der Regel unverpaarte Männchen – die Hoffnung stirbt zuletzt." Mit dem Schlüpfen der Jungvögel fingen die Männchen wieder an zu singen - als Gesangsunterricht. Nachtigallen gibt es in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas. In Deutschland gibt es im Osten laut Nabu deutlich mehr Nachtigallen als im Westen. Berlin sei unter den Großstädten eindeutig "Nachtigallen-Hauptstadt". Die Vögel lebten an gebüschreichen Waldrändern, vor allem in Auwäldern, an Feldgehölzen sowie in Parks und größeren Gärten. © dpa-infocom, dpa:260420-930-969325/1