Bundeshaushalt: Bundesrechnungshof warnt vor »gefährlicher Verschuldungsdynamik«

Datum20.04.2026 14:13

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Bundesrechnungshof warnt vor einer "gefährlichen Verschuldungsdynamik". Bis 2029 könnten die Schulden des Bundes auf 2,7 Billionen Euro ansteigen, da die Einnahmen die Ausgaben nicht decken. Ein erheblicher Teil der Ausgaben für 2026 und Sondervermögen wird kreditfinanziert. Der Bundesrechnungshof fordert dringend Gegenmaßnahmen, um die geplante Aufnahme von über 800 Milliarden Euro an neuen Krediten bis 2029 einzudämmen.

InhaltWenn die Regierung weitermacht wie geplant, hat der Bund 2029 rund 2,7 Billionen Euro Schulden. Der Chef des Bundesrechnungshofs mahnt dringend Gegenmaßnahmen an. Der Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, hat die Bundesregierung vor einer ausufernden Schuldenaufnahme gewarnt. "Da die laufenden Einnahmen die Ausgaben des Bundes nicht annähernd decken können, ist eine gefährliche Verschuldungsdynamik entstanden", heißt es in einer Stellungnahme Schellers. Diese müsse "dringend eingedämmt werden". Das Bundeskabinett will in der kommenden Woche Eckpunkte für den Bundeshaushalt 2027 sowie die mittelfristige Finanzplanung beschließen. Die Bundesregierung muss Milliardenlücken stopfen. Die Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur sowie für Verteidigung laufen außerhalb des Kernhaushalts. Scheller sprach von einer enormen Verschuldungsdynamik. Im Bundeshaushalt 2026 und in den Sondervermögen sei insgesamt fast jeder dritte Euro kreditfinanziert, teilte er mit. Von 2025 bis 2029 wolle die Bundesregierung nach bisheriger Finanzplanung insgesamt mehr als 800 Milliarden Euro neue Kredite aufnehmen. Der Schuldenstand des Bundes beliefe sich dann 2029 auf 2,7 Billionen Euro. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.