Datum20.04.2026 13:13
Quellewww.zeit.de
TLDREin Buckelwal namens Timmy, der wochenlang im Kirchsee festsaß, hat sich befreit, ist aber in der Nähe wieder angehalten. Helfer vermuten, dass der Wal nicht gestrandet ist und wollen ihn bald mobilisieren. Ziel ist es, ihn in die Ostsee und weiter in salzreichere Gewässer wie den Atlantik zu lotsen, da die Ostsee für ihn zu salzarm ist. Ein Rettungsversuch mit Pontons scheiterte, als der Wal sich von selbst befreite.
InhaltDer wochenlang gestrandete Buckelwal Timmy hat zwei Stunden nach seiner Selbstbefreiung angehalten. Laut dem Umweltministerium ist er aber nicht erneut gestrandet. Der wochenlang im Kirchsee bei der Wismarer Bucht gestrandete Buckelwal hat wenige Stunden nach seiner Selbstbefreiung wieder angehalten – soll aber zum Weiterschwimmen gebracht werden. Der Wal liege nach vorliegenden Erkenntnissen nicht vollständig auf, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Laut seiner Behörde ist das Tier nicht erneut gestrandet: Helfer auf den Booten in der Nähe des Wals gingen davon aus, dass sich dieser frei bewegen könne, sagte eine Ministeriumssprecherin. Allerdings lasse man dem Tier zunächst eine Pause. Der Wal habe am Morgen schätzungsweise drei bis fünf Kilometer zurückgelegt. Auch die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die den privaten Rettungsversuch mitfinanziert, bestätigte, dass der Wal demnächst wieder mobilisiert werden solle. Man werde eine "sehr ruhige Aktion durchführen, die hoffentlich zum Erfolg führt. Es ist ein Nadelöhr, durch das er durch muss", sagte sie ohne Angabe von Details zur Art der geplanten Aktion. Am Montagmorgen hatte sich der Wal nach wochenlanger Bewegungsunfähigkeit vor der Insel Poel freigeschwommen. Möglich wurde das, weil sich der Wasserstand über Nacht um etwa 70 Zentimeter erhöht hat. Damit entfiel zunächst die Notwendigkeit, den Rettungsversuch durchzuführen: Die Helfer wollten eine an Pontons befestigte Plane unter den Wal schieben, um die Pontons und damit auch den Wal anschließend von einem Schlepper ins offene Meer bringen zu lassen. Nachdem sich der Wal freigeschwommen hatte, steuerte er jedoch nicht das Meer an, sondern bewegte sich innerhalb des Kirchsees vor Poel hin und her, bis er schließlich südlich seiner ursprünglichen Lage und kurz vor dem Ausgang zur Wismarer Bucht wieder anhielt. Helfer versuchten vergeblich, ihn mit Booten in die Wismarer Bucht und darüber in die Ostsee zu geleiten. Die Retter wollen den Wal mit Booten bis in die Nordsee oder sogar in den Atlantik hinein begleiten, um sicherzustellen, dass der Wal in Gewässern ankommt, in denen der Salzgehalt im Gegensatz zur Ostsee für ihn ausreicht. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.