Kriminalstatistik 2025: Zahl gemeldeter Vergewaltigungen ist deutlich gestiegen

Datum20.04.2026 11:12

Quellewww.zeit.de

TLDRDie gemeldeten Vergewaltigungen in Deutschland stiegen 2025 um 8,5 Prozent auf 14.500 Fälle. Das BKA erklärt dies primär mit einer gestiegenen Anzeigebereitschaft und verbesserter rechtlicher Rahmenbedingungen für sexuelle Selbstbestimmung. Ein weiterer Faktor ist erhöhte Mobilität, die mehr Tatgelegenheiten schafft. Die meisten Täter stammen aus dem sozialen Umfeld der Opfer.

InhaltIm vergangenen Jahr stieg die Anzahl bekannter Vergewaltigungen um fast ein Zehntel auf 14.500. Das Bundeskriminalamt erklärt das mit höherer Bereitschaft zu Anzeigen. Die Zahl der in Deutschland gemeldeten Vergewaltigungen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das Bundeskriminalamt (BKA) weist in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 insgesamt 14.454 Vergewaltigungen auf – ein Anstieg von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben der Vergewaltigung umfasst diese Zahl auch die Delikte sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall beziehungsweise mit Todesfolge. Die Zahl aller gemeldeten Sexualdelikte sei mit mehr als 131.000 Fällen um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. BKA-Präsident Holger Münch erklärte den Anstieg vor allem mit einer höheren Bereitschaft, die Verbrechen anzuzeigen. Deutschland sei über die Jahrzehnte ein zunehmend sicheres Land für Frauen geworden, sagte auch Andy Grote (SPD), der Vorsitzende der Innenministerkonferenz. Mit Blick auf Sexualstraftaten könnten sich Frauen jedoch nicht so sicher fühlen, "wie wir uns das alle wünschen würden", sagte Grote. Seit 2018 sei die Zahl der Vergewaltigungen um fast 72 Prozent gestiegen, schrieb das BKA weiter. Der starke Anstieg sei vor allem durch Verbesserungen des Schutzes sexueller Selbstbestimmung im Jahr 2016 zurückzuführen. Auch eine tendenziell höhere Mobilität sei ein Faktor, weil "die stärkere Präsenz von Menschen im öffentlichen Raum ein wichtiger Erklärungsfaktor für die Entwicklung von hands-on-Delikten" sei: Mehr Mobilität bedeute, dass mehr Tatgelegenheiten entstünden.  Allerdings schrieb das BKA auch, dass die Tatverdächtigen bei Vergewaltigungen "überwiegend aus dem sozialen Nahfeld" ihrer Opfer stammten: Es handle sich vornehmlich um Freunde, Bekannte oder Partner beziehungsweise Ex-Partner der Opfer. Zahlen dazu nannte die Behörde jedoch nicht. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.