Datum20.04.2026 11:06
Quellewww.zeit.de
TLDRWirtschaftsministerin Reiche bestreitet einen Kerosinmangel, entgegen der Einschätzung von Bundeskanzler Merz. Sie betont, dass die Versorgung gesichert sei und widerspricht der von der SPD geforderten Übergewinnsteuer. Reiche argumentiert, eine solche Steuer würde deutsche Raffinerien belasten, deren Kapazitäten für die Versorgung essenziell seien. Sie betonte die vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Regierung trotz unterschiedlicher Standpunkte.
InhaltDie Versorgung sei gesichert, sagt Katherina Reiche vor einem Branchentreffen. Eine Übergewinnsteuer lehnt sie weiterhin ab, diese würde deutsche Raffinerien überfordern. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat die Gefahr eines drohenden Mangels an Flugbenzin abgestritten. Damit widersprach sie Bundeskanzler Friedrich Merz, der am Sonntag angekündigt hatte, den Nationalen Sicherheitsrat wegen des Kerosinmangels einzuberufen. Im Interview mit dem Deutschlandfunk sagte Reiche, die Versorgungssicherheit in Deutschland sei gewährleistet. Die vom Koalitionspartner SPD geforderte Übergewinnsteuer auf Mineralölkonzerne, die mit den hohen Benzinpreisen große Gewinne erzielten, hält Reiche nicht für sinnvoll. "Wenn ich Beteiligte in Berlin immer wieder über eine Übergewinnsteuer sprechen höre, treffen wir damit jene elf Raffinerien, die dafür sorgen, dass in Deutschland Kerosin, Benzin und Diesel vorhanden ist", sagte Reiche vor einem Branchentreffen von Bundeswirtschaftsministerium und Bundesverkehrsministerium mit Versorgern, Flughäfen, Airlines und Verbänden am Montag. Es sei wichtig, die Raffineriekapazitäten hochzuhalten. Reiche hatte vorvergangene Woche die SPD-Vorschläge als "teuer, wirkungsschwach und verfassungrechtlich fragwürdig" bezeichnet, woraufhin Bundeskanzler Merz sich "befremdet" zeigte. Auf die Frage, ob Reiche noch gut mit ihren Kabinettskollegen zusammenarbeiten könne sagte sie: "Wir arbeiten vertrauensvoll zusammen, mit dem Bundeskanzler sowieso, aber auch mit dem Bundesfinanzminister."