US-Militär: Drei Tote bei US-Angriff auf angebliches Drogenboot in der Karibik

Datum20.04.2026 09:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDie US-Armee hat in der Karibik ein mutmaßliches Drogenboot angegriffen und dabei drei Personen getötet. Das US-Militär bezeichnete die Getöteten als "Drogenterroristen" und gab an, dass das Schiff auf bekannten Drogenhandelsrouten unterwegs war. Seit September 2023 hat die US-Armee zahlreiche solcher Angriffe durchgeführt, mit mindestens 180 Todesopfern. Kritiker sehen darin außergerichtliche Hinrichtungen und Völkerrechtsverletzungen, während die US-Regierung dies als notwendige Maßnahme zur Bekämpfung des Drogenhandels rechtfertigt.

InhaltDie US-Armee hat in der Karibik erneut ein mutmaßliches Drogenschmuggelboot angegriffen. Nach US-Militärangaben wurden dabei drei Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff der US-Armee auf ein angebliches Drogenschmuggelboot in der Karibik sind nach US-Militärangaben drei Menschen getötet worden. Es habe am Sonntag einen "tödlichen kinetischen Angriff" auf ein Schiff ausgeführt, das von "als terroristisch eingestuften Organisationen betrieben wurde", teilte das für Lateinamerika und die Karibik zuständige Kommando der US-Streitkräfte (Southcom) auf X mit. Dabei seien "drei männliche Drogenterroristen getötet" worden, hieß es weiter. Auch hätten geheimdienstliche Erkenntnisse bestätigt, "dass das Schiff bekannte Drogenhandelsrouten in der Karibik befuhr und an Drogenhandel beteiligt war", schrieb das Militär. US-Armeevertreter haben im April mindestens sechs solcher Angriffe gemeldet. Damit stieg die Zahl der Toten bei solchen Einsätzen auf mindestens 180 an. Seit September vergangenen Jahres haben die USA zahlreiche Schiffe im Pazifik und in der Karibik angegriffen, die angeblich in den Drogenhandel verwickelt waren. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump spricht dabei von "Narko-Terroristen". Er sagte, die USA befänden sich in einem "bewaffneten Konflikt" mit Kartellen in Lateinamerika. Trump rechtfertigte die Angriffe als notwendige Eskalation, um den Drogenfluss zu stoppen. Seine Regierung hat jedoch wenig Beweise vorgelegt, um diese Behauptungen zu untermauern. Trotz des Kriegs mit dem Iran haben die Angriffe zuletzt wieder zugenommen. Kritiker stufen diese als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein.