Datum20.04.2026 09:54
Quellewww.spiegel.de
TLDRDass der Iran einen US-Kampfjet abschoss, löste bei Donald Trump Wut aus. Seine Berater hielten ihn laut Wall Street Journal von einer Krisensitzung fern, um seine Ungeduld zu kontrollieren. Trump fürchtete offenbar ein ähnliches Szenario wie Jimmy Carter während der Irankrise. Die beiden Besatzungsmitglieder des Kampfflugzeugs wurden in einer komplexen Rettungsaktion unverletzt geborgen.
Inhalt"Stundenlang angeschrien": Als Donald Trump am Karfreitag erfuhr, dass Iran einen US-Kampfjet mit zwei Offizieren abgeschossen hatte, sollen die Profis die Ungeduld ihres Chefs gefürchtet haben. Er dachte wohl an Jimmy Carter. Für Donald Trump waren die Kar- und Ostertage offenbar dramatischer als bislang bekannt. Bei der Rettungsmission zweier US-Soldaten in Iran ist der US-Präsident laut einem Medienbericht von seinen eigenen Beratern bewusst nicht vollständig eingeweiht worden. Seine Mitarbeiter hätten den Republikaner von einer entsprechenden Krisensitzung ferngehalten, weil seine Ungeduld nicht hilfreich gewesen sei, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Stattdessen sei Trump nur zu entscheidenden Zeitpunkten informiert worden. Der Präsident habe "stundenlang" seine Berater angeschrien, als er vom Abschuss des US-Kampfjets erfahren habe, heißt es in dem Artikel weiter. Trump soll demnach Angst gehabt haben, dass die Soldaten in die Hände Irans gelangen würden und es ihm wie Jimmy Carter ergehen würde; in dessen Amtszeit war 1979 die Erstürmung der US-Botschaft in Teheran gefallen, in deren Folge viele Amerikaner als Geiseln genommen wurden. (Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie hier) Anfang April war ein US-Kampfjet abgeschossen worden. Der Pilot der F-15E war vergleichsweise schnell danach gerettet worden. Das zweite Besatzungsmitglied war anschließend laut Trump in einer "der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des Militärs in der Geschichte der USA" gerettet worden. Ein großer Teil davon sei für ein Täuschungsmanöver an verschiedenen Orten im Einsatz gewesen, heißt es. Der verletzte Offizier selbst sei stark blutend steile Felswände hinaufgeklettert. Während er seine Wunden versorgt habe, habe er Kontakt zu den US-Streitkräften aufgenommen. Seine Rettung folgte auf einen "Wettlauf auf Leben und Tod" zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften, zitierte die "New York Times" US-Beamte. Mehr als 150 Flugzeuge sollen beteiligt gewesen sein. Nach der Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds der F-15E schrieb Trump, die Tatsache, dass beide Operationen durchgeführt werden konnten "ohne einen einzigen getöteten oder auch nur verletzten Amerikaner", beweise erneut eine "überwältigende Luftherrschaft".