Datum20.04.2026 09:52
Quellewww.spiegel.de
TLDRIm ICE von München nach Nürnberg attackierte ein 21-Jähriger einen Zugbegleiter und zeigte den Hitlergruß, nachdem er bei einer Ticketkontrolle ohne Fahrschein erwischt wurde. Der Täter, polizeibekannt, griff nach dem Diensthandy und schlug damit auf den Kopf des 54-jährigen Zugbegleiters. Der Angreifer wurde entlassen und sieht sich nun Strafanzeigen gegenüber. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer alarmierenden Zunahme von Gewalt gegen Bahnmitarbeiter, die bereits jeden dritten Mitarbeiter zum Kündigungsdenken veranlasst.
InhaltIm ICE von München nach Nürnberg hat ein polizeibekannter 21-Jähriger einen Zugbegleiter attackiert und den Hitlergruß gezeigt. Der Angreifer ist auf freiem Fuß, muss sich aber wohl vor Gericht verantworten. Ein polizeibekannter Mann hat am Freitag in einem ICE von München nach Nürnberg einen Zugbegleiter angegriffen. Zudem zeigte der 21-Jährige den verbotenen Hitlergruß, wie die Bundespolizei mitteilte. Bei der Fahrscheinkontrolle hatte der Bahnmitarbeiter festgestellt, dass der junge Mann ohne gültiges Ticket unterwegs war. Als er zur Angabe seiner Personalien aufgefordert wurde, reagierte der 21-Jährige aggressiv, hob den rechten Arm zum Hitlergruß, griff nach dem Diensthandy des Zugbegleiters und schlug ihm damit gegen den Kopf. Das 54-jährige Opfer klagte nach dem Angriff über Schmerzen, verzichtete jedoch auf eine ärztliche Behandlung und arbeitete weiter. Der polizeibekannte Angreifer wurde am Nürnberger Hauptbahnhof von Bundespolizisten zur Dienststelle gebracht und später wieder entlassen. Ihn erwarten nun Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung, wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Erschleichens von Leistungen. Erst Anfang Februar war ein Zugbegleiter in einem Regionalzug bei Kaiserslautern bei einer Ticketkontrolle von einem Fahrgast tödlich verletzt worden. Die Zahl der Attacken auf Bahnmitarbeiter hat zuletzt ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen. Laut Erhebungen der Deutschen Bahn lag die Zahl der Straftaten gegen Zugpersonal im Jahr 2025 bei über 3000 – darunter mehr als 1200 Körperverletzungen und 324 Fälle von gefährlicher Körperverletzung. Aufgrund der zunehmenden Gewalt in Zügen soll knapp jeder dritte Bahnmitarbeiter bereits über eine Kündigung nachdenken.