Karibik: Drei Tote bei erneutem US-Angriff auf mutmaßliches Drogenboot

Datum20.04.2026 07:48

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie US-Armee hat bei einem Luftschlag in der Karibik drei mutmaßliche Drogenhändler getötet. Das US-Kommando Southcom bestätigte den "tödlichen kinetischen Angriff" auf ein Schiff, das als von "terroristischen Organisationen betrieben" eingestuft wurde und auf bekannten Drogenrouten operierte. Seit September 2023 haben die USA Dutzende solcher Angriffe gegen vermeintliche Drogenhandelsboote durchgeführt, was jedoch auf Kritik stößt und völkerrechtliche Bedenken aufwirft, da die Beweislage für die Beteiligung der Getöteten oft unklar ist.

InhaltDie USA setzen ihre umstrittenen Angriffe gegen Drogenschmuggler in der Karibik fort. Bei dem jüngsten Luftschlag gegen ein Boot will die US-Armee drei Menschen getötet haben. Trotz Kritik und völkerrechtlicher Bedenken setzen die USA ihre Angriffe gegen mutmaßliche Drogenschmuggelboote fort. Bei einem jüngsten Angriff in der Karibik sind nach Angaben der US-Armee drei Menschen getötet worden. Das für Lateinamerika und die Karibik zuständige Kommando der US-Streitkräfte (Southcom) teilte im Onlinedienst X  mit, es habe am Sonntag einen "tödlichen kinetischen Angriff" auf ein Schiff ausgeführt, das von "als terroristisch eingestuften Organisationen betrieben wurde". Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Bei dem Angriff seien laut Southcom "drei männliche Drogenterroristen getötet" worden. Weiter hieß es, geheimdienstliche Erkenntnisse hätten bestätigt, "dass das Schiff bekannte Drogenhandelsrouten in der Karibik befuhr und an Drogenhandel beteiligt war". US-Armeevertreter haben der Nachrichtenagentur AFP zufolge im April mindestens sechs solcher Angriffe gemeldet. Die Zahl der Toten bei solchen Einsätzen stieg damit auf mindestens 180. Seit September vergangenen Jahres haben die USA Dutzende Schiffe im Pazifik und in der Karibik angegriffen, die angeblich in den Drogenhandel verwickelt waren. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump spricht von "Narko-Terroristen". Die US-Regierung hat jedoch nie eindeutige Beweise vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und Verstöße gegen das Völkerrecht ein.