Ostsee: Steigender Wasserstand erschwert Rettung von gestrandetem Wal

Datum20.04.2026 06:46

Quellewww.zeit.de

TLDREin gestrandeter Buckelwal vor Poel bereitet Rettungsversuchen Schwierigkeiten. Ein unerwarteter Wasseranstieg erschwert die Befestigung von Pontons, die zum Abschleppen des Wals in die Nordsee vorgesehen sind. Zwar hat sich der Wal bewegt, seine Rückkehr in den Ozean wird von Experten und Geldgebern als ungewiss eingestuft. Ein alternativer Plan sieht die Begleitung des Wals durch die DLRG vor, sollte er sich selbst freischwimmen.

InhaltDer Fortgang des Rettungsversuchs für den vor Poel gestrandeten Buckelwal ist noch offen. Ein plötzlicher Anstieg des Wasserpegels erschwert es, Pontons anzubringen. Die Aussichten für den Versuch, den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal zu retten, sind unklar. Der Wal hat sich zwar laut Wasserschutzpolizei Wismar über Nacht etwas bewegt, liegt aber nach wie vor an etwa derselben Stelle vor der Insel Poel.  Ein Anstieg des Wasserstandes erschwert nach Angaben der Geldgeber der Aktion den neuen Rettungsversuch. "Gestern hätten wir die richtige Wasserhöhe noch gehabt", sagte der MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz. "Heute haben wir plötzlich 70 Zentimeter mehr." Dies sei eine ganz andere Situation.  Der von Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanzierte Versuch sieht vor, eine Plane unter den festsitzenden Wal zu ziehen und diese an Pontons zu befestigen, die wiederum von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Damit soll der Wal in die Nordsee und womöglich sogar bis in den Atlantik transportiert werden.  Die Vorbereitungen für den Versuch laufen seit Donnerstag. In den Tagen und Wochen davor haben zahlreiche Experten die Chancen des Wals, einen Rettungsversuch zu überleben, als sehr gering eingeschätzt. Vertreter der neuen Rettungsinitiative vor Ort sprachen dem Tier jedoch eine gute Lebensenergie zu.  So schlossen sie nicht aus, dass sich der Wal selbst freischwimmen könnte. Für diesen Fall gibt es einen "Plan B": Dann sollen Boote der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) den Wal begleiten und sicherstellen, dass er es in die Nordsee oder den Atlantik schafft. In der Ostsee ist der Salzgehalt für das schwer verletzte Tier zu niedrig.  Der Wal registriere derzeit vollumfänglich, dass er frei sei, sagte Geldgeber Gunz – und zweifelte die Aussichten für das ursprünglich geplante Vorgehen an: Es stelle sich die Frage, "ob sich dieser Wal noch geleiten lässt". Das lang erdachte Konzept mit den Pontons sei dadurch nicht durchzusetzen: "Jetzt sind wir quasi irgendwo Stunde null."  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.