Datum20.04.2026 06:25
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Irankrieg führt zu knapper werdendem Dünger und einer drohenden Hungerkrise, da die Landwirtschaft stark von Öl und Gas abhängig ist. Die Blockade der Straße von Hormus und steigende Energiepreise verteuern Dünger massiv. Parallel positioniert sich Erdoğan als Mediator, während Deutschland dem Antalya Diplomatie-Forum mit geringer Beteiligung fernbleibt. Der Artikel wirft Fragen zur Krisenfestigkeit der Landwirtschaft und Erdoğans ambivalenten Rolle auf.
InhaltDünger wird knapp und eine Hungerkrise droht wegen des Irankriegs. Wie kann die Landwirtschaft krisenfester werden? Und: Erdoğan gibt den Mediator, Deutschland schaut zu. Der Irankrieg zeigt, wie stark die globale Landwirtschaft von fossilen Energien abhängig ist. Denn für die Herstellung von konventionellem Dünger und Pestiziden werden große Mengen Erdöl und Erdgas benötigt. Wegen der steigenden Energiepreise stockt weltweit die Produktion. Außerdem muss rund ein Drittel des global gehandelten Düngers die Straße von Hormus passieren – dort stecken derzeit Schiffe mit über einer Million Tonnen Düngemittel fest. Die Preise für Dünger haben sich um bis zu 50 Prozent erhöht. Es droht ein Anstieg der Lebensmittelpreise sowie eine Nahrungsmittelknappheit, besonders im Globalen Süden. Wie die weltweiten Ernährungssysteme krisenfester und unabhängiger von fossilen Energien werden können, erklärt ZEIT-Autorin Christiane Grefe. Am Sonntag ging das dreitägige Antalya Diplomatie-Forum in der Türkei zu Ende. Bei der Konferenz tauschten sich 5000 Vertreter aus rund 150 Ländern über internationale Sicherheitspolitik aus. Zu den Gästen zählten Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Amtskollege Andrij Sybiha. Am Rande der Konferenz berieten die Außenminister der Türkei, Ägyptens, Saudi-Arabiens und Pakistans über den Irankrieg. Hochrangige Vertreter der USA, der großen EU-Staaten und auch der Bundesregierung blieben dem Forum fern. Der höchste deutsche Repräsentant war der hessische Landesminister Manfred Pentz. Das Forum unterstreicht die Bemühungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, sich als Mediator in globalen Konflikten zu positionieren. Wie passen Repression der eigenen Opposition und Friedensbemühungen zusammen – und welche strategischen Ziele verfolgt Erdoğan? Fritz Zimmermann, Politikredakteur der ZEIT, berichtet aus der Türkei. Und sonst so? Wie schwer es ist, US-Apps loszuwerden. Moderation und Produktion: Philip-Johann Moser Mitarbeit: Christina Felschen und Maximilian Renzikowski Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.