Konjunkturbarometer: Energiepreise und Politik belasten Hamburger Unternehmen

Datum20.04.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Konjunkturbarometer der Handelskammer Hamburg zeigt eine deutliche Verschlechterung des Geschäftsklimas im ersten Quartal. Energiepreise und die Politik belasten die Unternehmen stark, was sich in sinkenden Bewertungen niederschlägt. Die Ausweitung des Irankriegs führte zu stark gestiegenen Energiepreisen. Unternehmen erwarten für die Zukunft eher ungünstigere Geschäftslagen, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, im Immobilienwesen und im Einzelhandel. Sie kritisieren wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, Energiepreise und die Binnenkonjunktur als größte Risiken.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Konjunkturbarometer“. Lesen Sie jetzt „Energiepreise und Politik belasten Hamburger Unternehmen“. Der Irankrieg und die massiv gestiegenen Energiepreise haben die Hamburger Wirtschaft kalt erwischt. Auf einer Skala von 0 bis 200 bewerteten Unternehmen das Geschäftsklima im ersten Quartal mit 85,4 Punkten und damit noch einmal 3,1 Punkte schlechter als im Vorquartal, wie die Handelskammer Hamburg mitteilte.  Und schon Ende 2025 waren die Werte nicht gut - der langjährige Mittelwert liegt bei 105,9 Punkten. Der bislang höchste Wert wurde mit 133,6 Punkten im zweiten Quartal 2007 ermittelt, der niedrigste mit 47,9 Punkten zu Beginn der Corona-Pandemie im ersten Quartal 2020. Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate sind wenig erfreulich. So ging den Angaben zufolge rund ein Drittel der Betriebe am Ende des ersten Quartals von einer eher ungünstigeren Geschäftslage aus - und zwar vor allem im verarbeitenden Gewerbe, im Grundstücks- und Wohnungswesen und im Einzelhandel. Nur knapp zwölf Prozent erwarteten eine eher günstigere Geschäftslage, insbesondere in der Gesundheitswirtschaft und im Finanzsektor.  Das Geschäftsklima setzt sich aus Angaben der Unternehmen zur Geschäftslage und -erwartung zusammen. Die Handelskammer wertete nach eigenen Angaben 600 Antworten aus, die zwischen dem 16. März und dem 9. April eingingen. Das US-Militär hatte am 28. Februar mit umfangreichen Angriffen gegen den Iran begonnen.  Als größte Risiken nannten die Unternehmen erneut die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (65,2 Prozent), die Energie- und Rohstoffpreise (58,2 Prozent) und die Inlandsnachfrage (57,7 Prozent). Entsprechend der Lage ist auch mit einem leichten Rückgang der Investitionen zu rechnen. So plane rund die Hälfte mit gleichbleibenden Ausgaben, 17,7 Prozent planten mit steigenden Investitionen. 33,9 Prozent wollten aber weniger ausgeben. "Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung hat einen spürbaren Dämpfer erhalten", sagte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Malte Heyne. Der sprunghafte Anstieg der Energiepreise infolge des Irankriegs treffe die Unternehmen in einer ohnehin angespannten Lage. "Gleichzeitig bleiben strukturelle Probleme wie überbordende Bürokratie und fehlende Reformen ungelöst." Die Hamburger Wirtschaft warte weiter auf ein glaubhaftes Signal aus der Bundespolitik, mahnte Heyne. © dpa-infocom, dpa:260420-930-967354/1