Katherina Reiche: Wirtschaftsministerin Reiche traf bisher keine Naturschutzverbände

Datum20.04.2026 04:42

Quellewww.zeit.de

TLDRWirtschaftsministerin Reiche (CDU) traf seit ihrem Amtsantritt kein einziges Mal Vertreter von Naturschutzverbänden. Umweltverbände beklagen ein "außergewöhnlich schlechtes" Verhältnis zum Ministerium und vermissen den Dialog. Im Gegensatz dazu empfing Reiche laut Ministerium zahlreiche Treffen mit Vertretern großer Energiekonzerne wie RWE und Eon.

InhaltVertreter von Umweltverbänden beschreiben das Verhältnis zum Wirtschaftsministerium als außergewöhnlich schlecht. Katherina Reiche empfing bisher mehr Energiekonzerne. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat seit ihrem Amtsantritt vor rund einem Jahr kein einziges Mal Vertreter und Vertreterinnen von Naturschutzverbänden oder des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) getroffen. "Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern von BUND, Nabu, Greenpeace, DUH, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch und vzbv haben auf Ministerinnenebene nicht stattgefunden", teilte ein Ministeriumssprecher den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit. Vertreter von Umweltverbänden beschreiben das Verhältnis zum Wirtschaftsministerium als außergewöhnlich schlecht. Der einzige Kontakt des Deutschen Naturschutzrings (DNR) – einer Dachorganisation der Umweltverbände – zum Ministerium auf Leitungsebene sei ein Sammeltermin mit einem Staatssekretär gewesen, sagte Tobias Pforte-von Randow, stellvertretender politischer Geschäftsführer des DNR, den Funke-Zeitungen. "Aus meiner Sicht war der Kontakt zur Ministeriumsspitze noch nie so schlecht wie derzeit." Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Sascha Müller-Kranner sagte, unabhängig von der Parteifarbe habe es in der Vergangenheit immer einen Austausch der Ministeriumsleitung mit den Umweltverbänden gegeben. "Es gab auch immer die Bereitschaft, sich Argumente anzuhören – aber das passiert unter dieser Hausleitung nur sehr eingeschränkt", sagte er den Funke-Zeitungen. Zahlreiche Treffen hatte Reiche laut ihrem Ministerium dagegen mit Vertretern der großen Energiekonzerne. "Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie hat sich seit Beginn ihrer Amtszeit mit Vertreterinnen und Vertreter von EnBW, RWE, EON und Leag im Rahmen von bilateralen Gesprächen, Roundtables, Unternehmensbesuchen und weiteren Öffentlichkeitsveranstaltungen getroffen", teilte der Sprecher mit.