Projekte gegen Antisemitismus: Rechnungshof veröffentlicht Bericht zum Fördermittelstreit

Datum20.04.2026 04:01

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Berliner Landesrechnungshof veröffentlicht einen Bericht zur umstrittenen Vergabe von Fördermitteln für Antisemitismus-Projekte durch die Kulturverwaltung. Hintergrund sind Vorwürfe von Grünen und Linken an die CDU wegen möglicher Einflussnahme und Verstößen gegen Haushaltsregeln. Ein Untersuchungsausschuss befasst sich ebenfalls damit. Die CDU weist die Kritik zurück und erklärt, sie habe die Verfall von Fördermitteln verhindern wollen. Der Rechnungshof prüfte die Einhaltung von Haushalts- und Zuwendungsrecht.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Projekte gegen Antisemitismus“. Lesen Sie jetzt „Rechnungshof veröffentlicht Bericht zum Fördermittelstreit“. Der Berliner Landesrechnungshof hat die umstrittene Vergabe von Fördermitteln für Projekte gegen Antisemitismus durch die Kulturverwaltung geprüft. Der Bericht dazu liegt inzwischen vor und soll am Freitag (24. April) veröffentlicht werden, wie ein Landesrechnungshof-Sprecher der dpa mitteilte. Geplant sei, ihn morgens um 9 Uhr auf der Website der Behörde zugänglich zu machen.  Hintergrund ist die Debatte um die mögliche Einflussnahme von CDU-Abgeordneten auf das Vergabeverfahren. Grüne und Linke werfen Ex-Kultursenator Joe Chialo (CDU) und seiner Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) vor, Fördermittel für Projekte gegen Antisemitismus nach unklaren Kriterien und auf Druck aus der CDU-Fraktion vergeben und damit möglicherweise auch gegen Haushaltsregeln verstoßen zu haben.  Dabei geht es insbesondere um einen Etat der auch für den Bereich gesellschaftlicher Zusammenhalt zuständigen Kulturverwaltung für "Projekte von besonderer politischer Bedeutung". Inzwischen hat ein Untersuchungsausschuss im Landesparlament dazu die Arbeit aufgenommen, der Ende Februar die ersten Zeugen vernommen hat. Als Sachverständige soll voraussichtlich noch im Mai auch Landesrechnungshofs-Präsidentin Karin Klingen gehört werden.  Die CDU-Fraktion hat die Kritik zurückgewiesen und argumentiert, sie habe mit einer 18 Projekte umfassenden bei der Kulturverwaltung eingereichten Liste verhindern wollen, dass 2025 Fördergeld für Projekte gegen Antisemitismus wie schon im Jahr davor nicht ausgegeben werde und verfalle. Dabei habe es sich nicht um unerlaubte Einflussnahme gehandelt.  Der Rechnungshof hat nach Angaben des Sprechers geprüft, ob die Vergabe von Fördermitteln durch die Kulturverwaltung dem Haushalts- und Zuwendungsrecht entsprochen habe, sagte der Sprecher. "Er hat dabei den Schwerpunkt seiner Prüfung auf die "Projekte von besonderer politischer Bedeutung" gelegt", erläuterte er. "Der Rechnungshof gibt mit seinem Beratungsbericht auch Hinweise für zukünftige Zuwendungsverfahren." Die Kulturverwaltung habe sich Anfang November mit der Bitte um Prüfung und Beratung an den Landesrechnungshof gewandt. Die Behörde habe aber ihrerseits schon Ende September ein Auskunftsersuchen zu den geförderten Projekte an die Senatsverwaltung gestellt, sagte der Sprecher. Über das Ob und Wie der Prüfung habe der Rechnungshof als unabhängiges Organ der Finanzkontrolle selbst entschieden. © dpa-infocom, dpa:260420-930-967106/1