Datum20.04.2026 03:51
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Venezuela finden landesweite Protestmärsche gegen US-Sanktionen statt. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez kritisiert, dass diese die Wirtschaft des Landes schädigen. Die Demonstranten fordern die Aufhebung der Sanktionen. Die Proteste, als "Pilgerfahrt" bezeichnet, sollen am 1. Mai in Caracas gipfeln. Nach der Festnahme von Präsident Maduro lockerten die USA schrittweise, aber viele Sanktionen bestehen fort. Innenminister Diosdado Cabello führt einen der Märsche an. Trotz der Sanktionen haben sich die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela verbessert, was sich in ökonomischen Öffnungen und der Wiedereröffnung der US-Botschaft zeigt.
InhaltDie venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez kritisiert, dass die US-Sanktionen der Wirtschaft des Landes schaden. Demonstrierende fordern ihre Aufhebung. In mehreren Bundesstaaten in Venezuela sind Protestmärsche gegen US-Sanktionen gestartet. Die ersten der von der venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez als "Pilgerfahrt" bezeichneten Demonstrationen brachen am Sonntag in den Bundesstaaten Táchira und Amazonas im Südwesten sowie Zulia im Westen des Landes auf. Sie sollen mit weiteren in den kommenden Tagen startenden Märschen am 1. Mai in einer großen Kundgebung in der Hauptstadt Caracas gipfeln. Seit der gewaltsamen Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz in Caracas im Januar hat die US-Regierung die Sanktionen gegen Venezuela schrittweise gelockert. Gleichzeitig bestehen viele weiter fort. Übergangspräsidentin Rodríguez, die frühere Stellvertreterin Maduros, betont immer wieder, dass die Sanktionen Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes haben. "Jede einseitige Zwangsmaßnahme, von denen 1.081 in Kraft sind, ist eine Maßnahme, die die Entwicklung des venezolanischen Volkes verhindert, eine Maßnahme, die der Wirtschaft schadet, eine Maßnahme, die das Einkommen der Arbeiterinnen und Arbeiter beeinträchtigt", sagte sie bei der Demonstration in Zulia. In Táchira an der Grenze zu Kolumbien führte Innenminister Diosdado Cabello den Protestmarsch an. Die Teilnehmer der Demonstrationen skandierten "Der Glaube eines Volkes wird nicht sanktioniert" und "Hebt die Sanktionen auf, lasst mein Volk wachsen". Unter Rodríguez hatten sich die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela in den vergangenen Monaten verbessert. Auf Druck der US-Regierung öffnete das Land seinen Erdölsektor für private Unternehmen und genehmigte ausländische Investitionen im Bergbau. US-Präsident Donald Trump lobte sie seit dem Machtwechsel als "fantastisch". Als Zeichen der Annäherung öffnete die US-Botschaft in Caracas nach rund siebenjähriger Schließung wieder. Zudem hoben die USA die Sanktionen gegen Rodríguez auf.